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Auf dem Waldfriedhof in Memmingen gibt es einen neu gestalteten Ort für Sternenkinder und ihre Familien. Bunte Erinnerungskugeln, eine Kugelstele und geschützte Sitzbereiche sollen Raum zum Trauern, Erinnern und Verweilen schaffen. Das erweiterte Grabfeld beim Weißen Engel wurde in dieser Woche eingeweiht und gesegnet.

Die Neugestaltung hat der Verein Sternenkinder Memmingen gemeinsam mit dem Klinikum Memmingen und dem städtischen Garten- und Friedhofsamt umgesetzt. Unterstützt wurde das Projekt von zahlreichen Sponsoren und durch viele Einzelspenden. Anlass für die Arbeiten war, dass die bisherige Grabstätte in die Jahre gekommen war. Die Planungen für die Erweiterung und Neugestaltung begannen 2024.
Sternenkinder sind Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. Für ihre Familien soll das neue Grabfeld einen festen Platz für Abschied und Erinnerung bieten. Eltern können dafür eine farbige Glaskugel auswählen und den Namen ihres Kindes eingravieren lassen. Bei der Beisetzung wird die Kugel in eine Stele eingesetzt. Dort bleibt sie ein Jahr lang, bevor die Familie sie mit nach Hause nehmen kann.
Gestaltet wurde das Grabfeld von der Bildhauerin Lioba Abrell. Die Kugel steht für Unendlichkeit und soll symbolisieren, dass die Erinnerung an das Kind bleibt. Auch die weiteren Elemente haben eine besondere Bedeutung: Eine konkave Mulde in der Muschelkalkstele steht für den Platz, den das Kind im Leben seiner Familie einnimmt. Eine horizontale Nut symbolisiert den Einschnitt, den der Verlust bedeutet.
Neben der Stele gehören Sitzbänke, Bepflanzung und eine Kugelbahn aus Muschelkalk zur Anlage. Sie ist auch für Geschwisterkinder gedacht und soll ihnen ermöglichen, den Erinnerungsort auf ihre Weise zu erleben.
Oberbürgermeister Jan Rothenbacher dankte den Ehrenamtlichen und allen Beteiligten für ihr Engagement. Auch der frühere Staatsminister und Landtagsfraktionsvorsitzende Klaus Holetschek betonte bei der Eröffnung, wie wichtig es sei, Trauer sichtbar zu machen und Menschen nicht zu vergessen.
In Memmingen werden Sternenkinder bereits seit den 1990er Jahren bestattet – lange bevor 2005 die entsprechende Bestattungspflicht in Kraft trat. Der Verein Sternenkinder Memmingen setzt sich dafür ein, betroffenen Familien einen Ort für Abschied, Erinnerung und Trauer zu ermöglichen.
Gesegnet wurde das neu gestaltete Grabfeld von Diakon Winfried Eichele, Leiter der katholischen Klinikseelsorge, und Pfarrer Matthias Striebeck.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu erinnerung Memmingen Sternenkinder Zeichen