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Der Landkreis Lindau zieht eine positive Bilanz seiner bisherigen Klimaschutzmaßnahmen. Wie aus einer Mitteilung des Landkreises hervorgeht, sind die Treibhausgasemissionen der eigenen Gebäude im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 15,2 Prozent gesunken. Besonders deutlich waren die Einsparungen beim Wärmeverbrauch mit 21 Prozent und beim Stromverbrauch mit 18 Prozent.

Zu den Maßnahmen, die dazu beigetragen haben, zählen Investitionen in moderne Gebäudetechnik, digitales Energiemonitoring und die schrittweise Umstellung auf LED-Beleuchtung. Auch beim Neubau der Antonio-Huber-Schule in Lindenberg setzt der Landkreis auf Nachhaltigkeit. Das Gebäude wurde als Effizienzhaus nach dem Standard KfW 40 EE errichtet. Durch den Einsatz von rund 1.100 Kubikmetern Holz sollen etwa 862 Tonnen CO₂ dauerhaft gebunden werden.
Um die bisherigen Fortschritte fortzuführen, soll die Verwaltung prüfen, ob die bestehende Klimaschutzstelle personell aufgestockt oder zu einer Stelle für Klimaschutzmanagement beziehungsweise Klimaschutzkoordination weiterentwickelt werden kann. Derzeit ist die Aufgabe im Fachbereich Kreisentwicklung mit einem Stellenanteil von 50 Prozent angesiedelt.
Dafür kommt das Förderprogramm „KommKlimaFöR 2026“ infrage. Es sieht Zuschüsse von 50 Prozent der förderfähigen Kosten vor, maximal 150.000 Euro. Für eine mögliche Aufstockung sollen vorsorglich bis zu 45.000 Euro im Haushaltsentwurf für 2027 eingeplant werden. Die Mittel würden zunächst gesperrt bleiben und erst nach einer erneuten Zustimmung des zuständigen Gremiums freigegeben.
Neben den Gebäuden stehen auch Verkehr und Mobilität im Fokus. Der Landkreis will untersuchen, ob der erneuerbare Dieselkraftstoff HVO100 künftig in der bestehenden Regionalbusflotte eingesetzt werden kann. Voraussetzung dafür sind unter anderem entsprechende Freigaben der Fahrzeughersteller und wirtschaftlich tragfähige Bedingungen. Im Westallgäu sind bereits vier Wasserstoffbusse unterwegs.
Auch beim Radverkehr sieht sich der Landkreis auf einem guten Weg. Nach einer Bereisung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern im Oktober 2026 empfahl die Bewertungskommission die Zertifizierung als fahrradfreundlicher Landkreis. Die offizielle Auszeichnung soll im Februar erfolgen. Zudem wird das Radwegenetz entlang verschiedener Kreisstraßen weiter ausgebaut.
Ein weiterer Baustein ist der Moorschutz. Moore machen nach Angaben des Landkreises rund neun Prozent der Fläche aus und können große Mengen CO₂ speichern. Projekte wie das Moorschutzprojekt Degermoos sowie Wiedervernässungen in den Trogener Mooren und am Finckenmoos sollen dazu beitragen, diese Funktion langfristig zu erhalten.
Landrat Elmar Stegmann sieht die bisherigen Ergebnisse als Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Mit einer möglichen personellen Verstärkung und der Nutzung von Förderprogrammen soll der Klimaschutz im Landkreis künftig weiter gestärkt werden.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu Emissionen Klimaschutz Lindau