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Die Zukunft der Regionalliga im deutschen Fußball bleibt umstritten. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ein Modell vorgestellt, mit dem die bisher fünf Staffeln auf vier reduziert werden sollen. Der FC Memmingen unterstützt dagegen einen Gegenantrag des Bayerischen Fußballverbands (BFV). Eine Entscheidung soll beim DFB-Bundestag am 18. Dezember in Frankfurt fallen. Einigkeit besteht bislang vor allem bei der Forderung, dass künftig alle Regionalliga-Meister direkt aufsteigen sollen.

Das vom DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf vorgestellte sogenannte Kompassmodell sieht vier Regionalliga-Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften vor. Die Einteilung soll sich nach möglichst kurzen Reisewegen im Norden, Osten, Süden und Westen richten. Der DFB würde künftig selbst Träger der vierten Liga werden und jährlich zunächst 2,5 Millionen Euro zur Förderung des Amateurfußballs und seiner Infrastruktur bereitstellen.
Zusätzlich ist eine zentrale Vermarktung der Liga vorgesehen. 90 Prozent der Einnahmen aus nationalen Übertragungsrechten und Sponsoring sollen an die Vereine fließen. In den ersten vier Jahren sind außerdem jährliche Vorauszahlungen von 40.000 Euro pro Saison für jeden Regionalligisten geplant. Zweitvertretungen von Profiklubs wären davon ausgeschlossen. Der Start der neuen Struktur ist für die Saison 2028/29 vorgesehen, die Spielzeit 2027/28 soll als Qualifikationsrunde dienen.
Kritik an den Plänen kommt unter anderem aus Bayern. FCM-Sportvorstand Serge Ahrens sieht vor allem kleinere Vereine benachteiligt. Er befürchtet, dass sich die Regionalliga durch die neuen Anforderungen faktisch in Richtung Profiliga entwickelt. Vorgesehen sind unter anderem ein wirtschaftliches Zulassungsverfahren sowie Stadien mit mindestens 2.500 Plätzen und einer Flutlichtstärke von 200 Lux. Für die Infrastruktur soll es eine Übergangsfrist von zwei Jahren geben.
Der BFV um Präsident Christoph Kern will deshalb einen Gegenantrag einbringen. Das sogenannte „22/5-Modell“ sieht vor, die 3. Liga auf 22 Mannschaften aufzustocken und künftig fünf statt vier Absteiger zuzulassen. Damit könnten die bisherigen fünf Regionalliga-Staffeln erhalten bleiben und alle Meister direkt aufsteigen. Der FC Memmingen unterstützt diesen Vorschlag.
Während die DFB-Führung und die Drittligisten das Alternativmodell ablehnen, könnte es bei der Abstimmung dennoch eine Rolle spielen. Für das Kompassmodell ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, für den Gegenantrag soll eine einfache Mehrheit ausreichen. Ob sich der DFB mit seinen Reformplänen durchsetzen kann, ist daher noch offen.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu fcmemmingen Reform Regionalliga