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Mehr als 250 Beschäftigte der Unternehmen Edelweiss in Kempten, Meggle Cheese in Altusried und Töpfer in Dietmannsried haben sich am Dienstag an einem ganztägigen Warnstreik beteiligt. Im Rahmen der Arbeitsniederlegungen fand zudem eine zentrale Kundgebung in Kempten statt. Mit den Aktionen wollen die Beschäftigten den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für die bayerische Milchwirtschaft erhöhen.

Nach Angaben der Gewerkschaft NGG fordert die Tarifkommission neben einer Entgelterhöhung von 4,1 Prozent auch ein Wahlmodell, das den Beschäftigten je nach persönlicher Situation die Entscheidung zwischen einer zusätzlichen Geldleistung oder entsprechender Freizeit ermöglichen soll. Bestandteil der Forderung ist eine neue Sonderzahlung im Gegenwert von fünf Arbeitstagen, die auf Wunsch der Beschäftigten auch in Freizeit umgewandelt werden könnte. Nach Angaben der Gewerkschaft entspräche dies einem zusätzlichen Wert von rund 1,9 Prozent.
Die erste Tarifverhandlung am 10. Juni 2026 endete ohne Annäherung. In der zweiten Verhandlungsrunde am 29. Juni legten die Arbeitgeber nach Angaben der NGG ein Angebot vor, das den Gegenwert von zwei Arbeitstagen vorsieht. Dieses sei jedoch an die Bedingung geknüpft, dass Unternehmen künftig entscheiden können, Mehrarbeit auszuzahlen. Bislang werde Mehrarbeit in den meisten tarifgebundenen Betrieben der bayerischen Milchwirtschaft im Rahmen flexibler Arbeitszeitkonten durch Freizeitausgleich abgegolten.
Joschka Ebel von der NGG-Region Allgäu bewertet das Angebot kritisch: „Die Beschäftigten haben sich mit der Forderung für ein Wahlmodell ausgesprochen, das es ermöglichen soll, je nach persönlicher Situation eine Wahl zwischen Geld oder Zeit zu treffen.“ Die Möglichkeit einer Auszahlung von Mehrarbeit bedeute aus Sicht der Gewerkschaft eine stärkere Belastung der Beschäftigten und stehe dem Ziel größerer Selbstbestimmung entgegen.
Die NGG hat angekündigt, dass es in den kommenden Tagen auch in weiteren Betrieben zu Warnstreiks kommen könne. Die dritte Tarifverhandlung ist für den 14. Juli 2026 in München angesetzt. Sollte dort keine Einigung erzielt werden, schließt die Gewerkschaft auch längere Arbeitskampfmaßnahmen nicht aus. Bereits während der Tarifrunde 2024 hatte es mehr als 24 Stunden andauernde Streiks sowie zentrale Demonstrationen unter anderem in Schongau, Rosenheim und Heimenkirch gegeben.
Geschrieben von: Redaktion
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