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Im St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg können werdende Mütter künftig zwischen einer ärztlich geleiteten und einer hebammengeleiteten Geburt wählen. Das neue Angebot startet am 1. Dezember 2026 und richtet sich an gesunde Frauen mit einem unauffälligen Schwangerschaftsverlauf. Damit soll eine selbstbestimmte und natürliche Geburt stärker in den Mittelpunkt rücken.

Individuelle Betreuung durch Hebammen
Im hebammengeleiteten Kreißsaal werden die Frauen während der Geburt eigenverantwortlich von Hebammen betreut. Ab der aktiven Eröffnungsphase, bei einem Muttermundbefund von etwa sechs Zentimetern, ist eine Eins-zu-eins-Betreuung vorgesehen. Eine Hebamme kümmert sich dabei individuell um die werdende Mutter, überwacht den Geburtsfortschritt und unterstützt sie bei ihren Entscheidungen.
Auf Medikamente und medizinische Eingriffe soll möglichst verzichtet werden. Stattdessen kommen natürliche Methoden zur Schmerzlinderung zum Einsatz, darunter Wärme, Wasseranwendungen, Massagen, Atemtechniken und Entspannungsübungen. Auch Bewegungsfreiheit und verschiedene Gebärpositionen gehören zum Konzept.
Ärztliche Hilfe bleibt jederzeit verfügbar
Voraussetzung für eine Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal ist, dass die medizinischen Untersuchungen keine Auffälligkeiten ergeben. Bei Komplikationen kann jederzeit ein ärztliches Team hinzugezogen werden. Falls medizinische Gründe dafür sprechen, veranlasst die Hebamme den Wechsel in die ärztlich geleitete Geburtshilfe. Auch die Schwangere selbst kann sich während des Geburtsverlaufs jederzeit für eine ärztliche Betreuung entscheiden.
Die neue Möglichkeit ist freiwillig und ergänzt das bisherige Angebot der Oberschwabenklinik. Die Geburtshilfe bleibt räumlich und organisatorisch in die bestehende Klinik integriert. Durch die angeschlossene Kinderklinik ist auch die Versorgung von Neugeborenen gewährleistet.
Hebammensprechstunde startet im November
Damit werdende Mütter das neue Angebot nutzen können, bietet die Oberschwabenklinik ab dem 1. November 2026 eine spezielle Hebammensprechstunde an. Die Teilnahme ist Voraussetzung für eine Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal.
Der erste Termin ist zwischen der 30. und 34. Schwangerschaftswoche vorgesehen. Zwischen der 36. und 37. Woche werden die medizinischen Voraussetzungen erneut überprüft und der weitere Ablauf geplant. Bei der Aufnahme zur Geburt erfolgt eine abschließende Einschätzung.
Für die Einführung des neuen Angebots erhält die Oberschwabenklinik eine Förderung des Sozial- und Gesundheitsministeriums in Höhe von 45.936 Euro aus Landesmitteln. Mit dem neuen Modell soll die Geburtshilfe in Ravensburg um eine weitere Möglichkeit ergänzt werden, die individuelle Wünsche und medizinische Sicherheit miteinander verbindet.
Information und Terminvereinbarung: Die Hebammensprechstunde ist werktags zwischen 16 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0751 / 87-47490 erreichbar.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Arzt Geburt Hebammen Neuigkeit