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Viele Frauen erhalten die Diagnose Eierstockkrebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Eine aktuelle britische Studie zeigt, dass eine frühere Diagnose die Behandlungschancen verbessern kann. Das Klinikum Kaufbeuren möchte deshalb stärker für mögliche Symptome sensibilisieren.

Laut einer Studie der London School of Hygiene & Tropical Medicine erhalten derzeit etwa zwei von fünf Frauen mit Eierstockkrebs ihre Diagnose erst im Rahmen einer Notfallbehandlung. Zu diesem Zeitpunkt ist die Erkrankung häufig bereits weit fortgeschritten.
Privatdozentin Dr. Enikö Berkes, Chefärztin der Gynäkologie am Klinikum Kaufbeuren, sieht in den Studienergebnissen dennoch Anlass zur Hoffnung. Entscheidend sei, mögliche Beschwerden frühzeitig wahrzunehmen und ärztlich abklären zu lassen.
Eierstockkrebs verursacht häufig über längere Zeit nur wenige oder unspezifische Symptome. Dazu können anhaltende Bauch- oder Unterbauchschmerzen, ein Völlegefühl, eine Zunahme des Bauchumfangs oder unklare Gewichtsveränderungen gehören. Besonders bei neu auftretenden und länger anhaltenden Beschwerden sollten Frauen aufmerksam werden und gynäkologischen Rat suchen. Ein erhöhtes Risiko kann unter anderem bei einer entsprechenden familiären Krebsbelastung bestehen.
Das Klinikum Kaufbeuren verfügt über ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes gynäkologisches Krebszentrum. Patientinnen mit Eierstockkrebs werden dort interdisziplinär behandelt. Beteiligt sind unter anderem die Fachbereiche Gynäkologie, Radiologie, Onkologie, Innere Medizin und Strahlentherapie.
Die Behandlung wird für jede Patientin individuell festgelegt. Die Zertifizierung soll dabei sicherstellen, dass bestimmte Qualitätsstandards eingehalten und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt werden. Auch die psychosoziale Unterstützung der Patientinnen ist Bestandteil der Versorgung.
Über die Erkrankung, mögliche Warnzeichen und die Bedeutung einer frühen Abklärung soll auch beim Abend der Frauengesundheit am 29. September 2026 informiert werden.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu behandlung klinik Krankenhaus