AD
play_arrow

keyboard_arrow_right

Listeners:

Top-Hörer:

skip_previous skip_next
00:00 00:00
playlist_play chevron_left
volume_up
  • play_arrow

    AllgäuHIT

  • cover play_arrow

    AllgäuHIT-Kaffeeklatsch: mit Rebecca Simoneit-Barum vom Zirkus Charles Knie

  • cover play_arrow

    „Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger

  • cover play_arrow

    „Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger

Aktuelles

Ehepaar im Parkautomaten-Skandal zu 5 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt – Gesamtschaden von rund 1,9 Millionen Euro

today7. Mai 2026

Hintergrund
share close
AD

Das Landgericht Kempten hat ein Ehepaar im Parkautomaten-Skandal zu jeweils 5 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Die beiden sollen über Jahre hinweg rund 1,9 Millionen Euro aus Parkscheinautomaten gestohlen haben. Insgesamt wurden 317 Taten festgestellt. Das Geld wurde laut Gericht für einen luxuriösen Lebensstil genutzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Justizia (Symbolfoto Gericht) / Foto: pixabay

Das Landgericht Kempten (Allgäu) hat im sogenannten Parkautomaten-Verfahren zwei Angeklagte jeweils zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die 1. Strafkammer sah es als erwiesen an, dass das Ehepaar über Jahre hinweg Münzgeld aus Parkscheinautomaten im Stadtgebiet Kempten entwendet hat.

Nach Überzeugung des Gerichts wurden im Zeitraum von April 2015 bis November 2025 insgesamt 317 Diebstahlstaten begangen. Der entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf rund 1.921.618,97 Euro.

Der ehemalige Bauhofmitarbeiter hatte als zuständiger Beschäftigter Zugriff auf die Schlüssel der Parkscheinautomaten. Laut Urteil entnahm er regelmäßig Geldkassetten und brachte das Münzgeld nach Hause. Teilweise übergab er die Beute auch an seine Ehefrau. Die beiden zahlten das Geld anschließend auf Konten ein oder tauschten es über Münzautomaten gegen Wertbons ein, die im Handel genutzt werden konnten.

Mit den Einnahmen finanzierten sich die Angeklagten einen luxuriösen Lebensstil, unter anderem mit Autos, Kleidung und Pferdehaltung.

Nach Angaben des Gerichts fehlten im Bauhof jedoch klare Kontrollmechanismen bei der Schlüsselübergabe sowie eine lückenlose Prüfung der Quittungen, wodurch die Taten über Jahre unentdeckt blieben.

Aufgeflogen war der Fall, nachdem eine Bank auffällige Bareinzahlungen gemeldet hatte. Die Ermittlungen wurden daraufhin eingeleitet.

Die Angeklagten hatten bereits zu Prozessbeginn ein umfassendes Geständnis abgelegt, das durch die Beweisaufnahme bestätigt wurde. Zahlreiche Zeugen, darunter Bauhofmitarbeiter und Polizeibeamte, waren im Verfahren gehört worden.

Ein Teil der Taten ist aufgrund von Verjährung strafrechtlich nicht mehr relevant. Dennoch ordnete das Gericht die Einziehung der gesamten Schadenssumme an, sodass das Ehepaar den Betrag zurückzahlen muss. Zudem kann die Stadt Kempten zivilrechtliche Ansprüche geltend machen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft können Revision zum Bundesgerichtshof einlegen.

AD

Geschrieben von: Niklas Bitzenauer

Rate it
AD
AD
AD
AD