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Die Künstlerin Anna Steward ist mit dem IBK-Förderpreis 2026 ausgezeichnet worden. Sie verbindet Kunst mit Mikrobiologie und Astrobiologie und erhält für ihre Arbeit 10.000 Schweizer Franken. Nominiert wurde sie vom Freistaat Bayern.

Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) hat die Förderpreise für Kulturschaffende am 21. Oktober in Zürich verliehen. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr transdisziplinäre Projekte, die Kunst mit anderen Fachbereichen verbinden.
Anna Steward beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Archaeen. Diese Mikroorganismen können unter extremen Bedingungen leben. Die Künstlerin untersucht damit grundlegende Fragen: Wo verläuft die Grenze zwischen belebter und unbelebter Materie? Und wie lassen sich wissenschaftliche Prozesse künstlerisch erfahrbar machen?
Seit 2023 arbeitet Steward mit dem Archaeen-Zentrum der Universität Regensburg zusammen. Im Projekt „Performing Beyond the Human“ erforscht sie das Archaeon Halobacterium salinarum. Weitere Impulse erhielt sie durch eine Arts-Science-Residency im französischen Orléans. Seit 2026 leitet sie das AstroBioArt Lab des European Astrobiology Institute.
Die Jury würdigte insbesondere die langfristige Zusammenarbeit zwischen Kunstschaffenden und Forschenden. Beide Seiten arbeiteten auf Augenhöhe zusammen und entwickelten dadurch neue künstlerische Ausdrucksformen.
Steward begann ihre Laufbahn mit einer Schauspielausbildung und arbeitete zunächst im experimentellen Theater und in der Live Art. Anschließend studierte sie Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Ihre Werke werden international in Ausstellungen, Performances, Vorträgen und Publikationen präsentiert.
Die IBK-Förderpreise werden seit 1991 jährlich in wechselnden Sparten vergeben. Pro Jahr können bis zu sieben Personen oder Kollektive ausgezeichnet werden. Jeder Preis ist mit 10.000 Schweizer Franken dotiert.
Die Internationale Bodensee-Konferenz vereint zehn Länder und Kantone rund um den Bodensee. Sie setzt sich dafür ein, die Region als Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu stärken und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auszubauen.
Weitere Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gibt es unter www.ibk-foerderpreise.org.
Geschrieben von: Leon Dauter