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Nach mehreren gewalttätigen Angriffen in Immenstadt hat die Polizei drei 18-Jährige festgenommen. Die Tatverdächtigen sollen unter anderem einen 19-Jährigen ausgeraubt und später zwei Jugendliche eingeschüchtert und verletzt haben. Gegen alle drei wurden Untersuchungshaftbefehle erlassen.

Die Staatsanwaltschaft Kempten und die Kriminalpolizei Kempten ermitteln gegen mehrere Heranwachsende, die am Sonntag in Immenstadt durch mehrere Gewalttaten aufgefallen sein sollen. Nach aktuellem Ermittlungsstand steht auch der Verdacht eines bewaffneten Raubüberfalls im Raum.
Am Sonntagmittag hatte sich ein 19-Jähriger nahe der Musikschule mit einem 18-Jährigen zu einer Aussprache verabredet. Dieser erschien jedoch mit zwei weiteren Gleichaltrigen. Gemeinsam sollen sie den 19-Jährigen schwer zusammengeschlagen haben. Dabei sei auch eine echt aussehende Schreckschusspistole als Schlagwerkzeug eingesetzt worden. Die Tatverdächtigen filmten den Angriff mit einem Smartphone und raubten dem wehrlosen Opfer den Rucksack samt Geldbeutel. Der 19-Jährige musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.
Am späten Nachmittag sollen zwei der Tatverdächtigen gemeinsam mit einer 18-jährigen Begleiterin das Video des Überfalls zwei Bekannten gezeigt haben – einem 16-Jährigen und einer 17-Jährigen. Dabei hätten sie mit der Tat geprahlt.
Offenbar wollten die Tatverdächtigen verhindern, dass die beiden Jugendlichen zur Polizei gehen. Nahe der Stadtpfarrkirche schlug einer der 18-Jährigen dem 16-Jährigen mit der Schreckschusspistole auf den Kopf. Dabei wurde dessen Ohrläppchen eingerissen.
Gegen 22.15 Uhr sollen die beiden 18-Jährigen den Jugendlichen erneut aufgelauert haben, diesmal nahe dem Bahnübergang an der Mummener Straße. Beide Opfer wurden laut Polizei geschlagen, erneut kam die Pistole als Schlagwerkzeug zum Einsatz. Die 17-Jährige erlitt eine Platzwunde. Der 16-Jährige trug ebenfalls eine Platzwunde davon und verlor einen Vorderzahn. Anschließend flüchteten die Tatverdächtigen mit einem Auto. Der Fahrer besaß nach Polizeiangaben keine Fahrerlaubnis.
In der Nacht von Sonntag auf Montag nahm die Polizei die drei 18-Jährigen fest. Dabei wurden auch Beweismittel sichergestellt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten erließ der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Kempten gegen alle drei Untersuchungshaftbefehle. Sie wurden in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden werden alle drei dem Drogenmilieu zugerechnet. Zwei von ihnen gelten demnach als Intensivtäter.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen stellte die Polizei am Montagvormittag auf einem verlassenen Anwesen zwei Luftdruckwaffen in Form von Maschinenpistolen sicher. Diese unterliegen den Bestimmungen des Waffengesetzes. Es besteht der Verdacht, dass die Waffen den beiden 18-Jährigen zuzuordnen sind. Außerdem wird geprüft, ob in der Nacht mit mindestens einer dieser Waffen am Auwaldsportzentrum geschossen wurde.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Kempten unter Leitung der Staatsanwaltschaft Kempten dauern an. Für die Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.
Geschrieben von: Leon Dauter