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Aktuelles

Windpockenfälle im Ostallgäu nehmen deutlich zu

today20. Oktober 2026

Hintergrund
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Das Gesundheitsamt des Landkreises Ostallgäu verzeichnet seit vergangener Woche einen deutlichen Anstieg der Windpockenerkrankungen. Besonders wichtig sind jetzt der Impfschutz und der Schutz gefährdeter Personen.

Symbolbild Pixabay

Im Ostallgäu nehmen die Windpockenerkrankungen derzeit deutlich zu. Darauf weist das Gesundheitsamt des Landkreises hin. Die Krankheit wird durch hochansteckende Varizella-Zoster-Viren ausgelöst und verbreitet sich vor allem über die Luft. Beim Atmen, Husten oder Niesen können infektiöse Partikel freigesetzt werden, die auch über mehrere Meter hinweg eine Ansteckung ermöglichen.

Eine Übertragung ist außerdem durch direkten Kontakt mit der Flüssigkeit aus den Hautbläschen möglich. Besonders gefährdet sind Menschen, die bislang keine Windpocken hatten und nicht dagegen geimpft sind. Typische Symptome sind Fieber und ein stark juckender Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen. Diese können auch auf der Kopfhaut und den Schleimhäuten auftreten.

Eine Impfung kann vor Windpocken und möglichen Komplikationen schützen. Gleichzeitig hilft sie, die Weiterverbreitung des Virus einzudämmen und Menschen zu schützen, die selbst nicht geimpft werden können. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Kinder zwei Impfungen gegen Windpocken. Die Impfung wird in der Regel gut vertragen. Vorübergehend können beispielsweise Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle sowie Fieber auftreten. Schwere Nebenwirkungen sind selten.

Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung häufig schwerer als bei Kindern. Auch Komplikationen treten in dieser Altersgruppe häufiger auf. Besondere Vorsicht gilt während der Schwangerschaft: Eine Infektion in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten kann in seltenen Fällen zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Für Neugeborene kann eine Windpockenerkrankung lebensbedrohlich sein – insbesondere, wenn die Mutter kurz vor oder nach der Geburt erkrankt.

Wer bei sich oder seinem Kind Windpocken vermutet, sollte vor einem Besuch in der Arztpraxis zunächst telefonisch Kontakt aufnehmen. So kann das Praxisteam geeignete Schutzmaßnahmen vorbereiten und verhindern, dass sich weitere Menschen anstecken. Erkrankte sollten Kontakte zu Personen ohne ausreichenden Immunschutz vermeiden. Das gilt insbesondere für ungeschützte Schwangere, Neugeborene und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Die juckenden Bläschen sollten möglichst nicht aufgekratzt werden. Ihre Flüssigkeit ist ansteckend. Zudem können durch das Kratzen bakterielle Hautinfektionen und Narben entstehen. Bei Babys und Kindern können kurze Fingernägel helfen, das Aufkratzen zu verhindern. Schwangere ohne ausreichenden Immunschutz, die Kontakt zu einer erkrankten Person hatten, sollten sich unverzüglich an ihre behandelnde Ärztin oder ihren behandelnden Arzt wenden.

Nach dem Infektionsschutzgesetz dürfen Kinder und Jugendliche, die an Windpocken erkrankt sind oder bei denen ein entsprechender Verdacht besteht, Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen vorübergehend nicht besuchen. Auch für Beschäftigte können Tätigkeitsverbote gelten. Die Regelungen betreffen unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Personen ohne ausreichenden Immunschutz, in deren Haushalt ein Erkrankungs- oder Verdachtsfall aufgetreten ist. Die jeweilige Einrichtung muss informiert werden. Eine Rückkehr ist erst möglich, wenn nach ärztlichem Urteil keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

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Geschrieben von: Leon Dauter

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