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Aktuelles

Viehscheid-Saison im Allgäu geht in die letzte Runde

today21. September 2026

Hintergrund
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Sie neigt sich dem Ende, die 5. Jahreszeit im Allgäu, die Viehscheid-Saison. Am vergangenen Wochenende wurde unter anderem in Immenstadt und Obermaiselstein gefeiert, diese Woche geht‘s weiter. Alle Termine findet ihr auf unserer Website

Symbolbild Viehscheid, Pixabay/flyupmike

Zehntausende Besucher säumen gespannt die Straßen und Wege – jeder will das Kranzrind sehen, filmen, wie die Herden mit ihren lauten Zugschellen vorbei ziehen. Überall im Allgäu bis ins Kleinwalsertal und Thannheimertal begeistern die Viehscheide seit Anfang des Monats Einheimische und Gäste.

Heute (21.09.) ist in Oberstdorf der kleine Scheid am Oybele – wie traditionell immer am Matthestag, dem Gedenktag des Hl. Matthäus, an dem die Milchkühe von den Sennalpen ins Tal kommen. Dabei geht’s eher familiär zu, vorhwiegend Einheimisch sind am Scheidplatz, ein Partyzelt gibt’s nicht. Es kommen bekannte Sennalpen wie die Alpe Schlappold (die größte Sennalpe Deutschlands), die Breitengehren/Buchrainer Alpe, die Dietersbachalpe, die Alpe Oberau und die Lugenalpe durch den Ort. Bei den Sennalpopen trägt – wenn der Sommer unfallfrei war – die Leitkuh, die die meiste Milch gegeben hat, den kunstvollen Kranz.

Ebenfalls heute ist in Buching mit dem Viehmarkt und ab 11 Uhr in Thannheim Viehscheid – hier kommen die Herden erst ab Mittags. Abends findet die Ehrung der Älpler mit Schellenverlosung statt.

Am Mittwoch geht‘s nach Bolsterlang, am Samstag, 26. September ist in Grän, Haldenwang und Oy Mittelberg/Haslach Almabtrieb. Das Fest zur sogenannte Älplerletzte (das letzte gemeinsame essen der Hirten und Älpler) ist am 27. September, also am Sonntag ab 9 Uhr am Füssener Jöchle im Thannheimer Tal in Tirol. (Bergstation der Füssener Jöchle Bahn in Grän, Tannheimer Tal). Er beginnt mit der ab 9 Uhr mit der Bergmesse und rund 50 Alphornbläsern. Traditionell kommen Hirten von über 100 Alpen, die Schellenverlosung ist ab 15 Uhr.

Auch wenn die Älplerletzte eigentlich das Finale der Viehscheide ist, gibt es noch ein paar Nachzügler, die aber auch nicht mehr von den hochgelegenen Alpen kommen. Am Feiertag, dem 3. Oktober steht noch Memhölz auf dem Programm, am 4. Oktober, findet in Apfeltrang, nördlich von Markoberdorf, ein kleiner Viehscheid mit rund 50 Schumpen statt – der nördlichste Scheid übrigens. Den spätesten gibt es tatsächlich am 10. Oktober in Heimhofen-Grünenbach im Westallgäu.

Insgesamt über 30.000 Rinder

Schätzungsweise über 30.000 Jungrinder und Milchkühe, waren im Sommer gute 100 Tage auf den Bergwiesen. Der höchste Scheid ist übrigens in Balderschwang – das auf 1044 Metern die höchstgelegene Gemeinde Deutschlands ist. Damit ist dieser Viehscheid höher als manche Landalpe die so um die 8-900 Meter liegt. Der größte ist wahrscheinlich Gunzesried mit knapp 1600 Rindern von 19 Alpen.

Eine kleine Kuriosität übrigens – es heißt ja der Viehscheid – ausser… man ist in Pfronten – dort ist es die Viehscheid.

Der Weg hinab ins Tal beginnt für alle frühmorgens und ist nicht ungefährlich. Der heiße, trockene Sommer war für einige Alpen auch nicht einfach. Grundsätzlich ist das Fazit aber wieder positiv.

Zur Freude aller gab es wieder viele Kranzrinder– die gibt es ja nur wenn auf der Alpe alles gut gelaufen ist und der Sommer unfallfrei war. Sarah von der Alpe Sederer erklärt lachend: „Ich liebe es ja trocken und heiß, weil ich dann nicht so viel Regenhäs zum Trocknen habe. Da oben im Vergleich zum Flachland ist es ja nie wirklich so drückend heiß. Da geht immer ein Lüftle. Klar, das Vieh mag es vielleicht ein bisschen durchwachsener, aber solange die Brunnen voll Wasser sind, ist es immer noch ertragbar, auch für das Vieh.“

Auch wenn der Sommer arbeitsreich war, ist sie traurig: „ Ich spür‘ schon Wehmut, weil der Sommer vorbei ist und man Abschied nehmen muss. Heuer fällt es mir besonders schwer, weil ich am Vieh gehangen bin. Also es war ein schöner Sommer. Und ja, dann gibt man sie nicht so gerne her, aber es ist halt Zeit. Es ist Herbst und da kann man sich nicht widersetzen.

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Geschrieben von: Leon Dauter

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