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Panorama

Tag des Deutschen Bieres: Ein Blick auf die Bierkultur im Allgäu

today23. April 2026

Hintergrund
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Der Bierkonsum in Deutschland geht seit Jahren kontinuierlich zurück, das spüren auch die Brauereien im Allgäu deutlich. Dennoch gibt es Tage, an denen das Bier ganz bewusst im Mittelpunkt steht. So wie heute, dem Tag des Deutschen Bieres.

Dieser erinnert an den Erlass des bayerischen Reinheitsgebots von 1516 und wird seit 1994 von den deutschen Brauern als offizieller Ehrentag gefeiert. Wir haben zu diesem Anlass mit Franz Stolz von der Brauerei Stolz aus Isny über den veränderten Bierkonsum und die Auswirkungen auf die regionale Braukultur gesprochen.

Bier (Symbolbild)/Foto: Pixabay

Herr Stolz, passend heute zum Tag des deutschen Bieres: Wie hat sich aus Ihrer Sicht der Bierkonsum im Laufe der Zeit bis heute entwickelt?

„Die letzten Jahre ist der Bierkonsum immer ein bisschen rückläufig gewesen. Die letzten zwei Jahre waren extrem. In der Vergangenheit gab es verschiedene Verschiebungen: Zuerst vor etwa zwanzig Jahren hin zum Weißbier, zum Hefeweizen, dann kam die Craftbierwelle, danach die hellen Biere. Und aktuell geht die Tendenz eben eher in Richtung alkoholfrei beziehungsweise insgesamt weniger Bier oder weniger Alkohol. Das ist nicht nur bei den Brauereien so, sondern auch beim Wein oder bei den Schnapsbrennern.“

Es gibt also eher einen Trend weg vom Alkohol. Was hat das für finanzielle Auswirkungen? Es gibt ja immer mehr Brauereien, die mittlerweile zu kämpfen haben.

„Ja, ich sag mal, es war schon mal leichter, Bier zu verkaufen. Im Allgäu haben wir auch eine sehr hohe Brauereidichte und eine entsprechende Wettbewerbsintensität. Da muss man dann auch ein bisschen über den Tellerrand hinausschauen, also außerhalb vom Kerngebiet. Denn die Statistik lügt nicht: Der Bierkonsum ist nicht nur in Teilen Deutschlands, sondern in ganz Deutschland rückläufig, und das hört man auch aus anderen Ländern. Da muss man schauen, wo man neue Märkte erschließt, außerhalb vom Kerngebiet. Wir haben zum Beispiel auch mit Export angefangen, etwa nach Italien. Südtirol ist ja ungefähr gleich weit entfernt wie Frankfurt, da macht es logistisch Sinn, auch mal südlich der Alpen zu schauen, ob da Nachfrage da ist oder ob ein Markt funktioniert. Das muss man ausprobieren, das kann man vorher nicht sagen. Aber die Italiener wollen nicht nur das Paulaner oder das Hofbräu, das sie vom Oktoberfest kennen. Die legen auch Wert auf handwerklich gebraute Biere von kleineren, mittelständischen Brauereien.“

Gibt es aktuell irgendeine verrückte Kombination, die 2026 heraussticht? Es gibt ja bei vielen Getränken inzwischen die verschiedensten Mischungen. Gibt es da beim Bier auch etwas?

„Nein, es gibt jetzt nichts, was beim Bier wirklich durch die Decke geht. Es ist eher so, dass der ein oder andere Getränkehersteller oder auch Brauereien mit Weinschorle angefangen haben. Die Winzer haben Überkapazitäten und die Brauereien nutzen ihre Abfüllanlagen, um Weinschorle auf den Markt zu bringen. Im Ostallgäu gibt es schon zwei Betriebe, die damit angefangen haben. Ich weiß auch, dass im Ulmer Raum eine Brauerei nachzieht, und aus Franken kenne ich ebenfalls zwei Brauereien, die Weinschorle auf den Markt gebracht haben.“

Wie sieht es denn bei Ihnen privat aus, trinken Sie als Brauer gerne Bier oder eher nicht? Und wenn ja, wie sieht Ihr Feierabendbier aus?

„Ja, ich trinke jeden Abend schon ein, zwei Halbe zur Brotzeit. Wenn es dann mal in Gesellschaft ist, werden es vielleicht auch mehr. Einen speziellen Biertyp habe ich aber nicht, das hängt auch ein bisschen von der Jahreszeit ab. Im Herbst freut man sich aufs Weihnachtsbier, im Frühjahr, wenn es wärmer wird, eher auf ein Weizen oder Hefeweizen, wir machen auch ein Kristallweizen. Es gibt also keine feste Sorte, die immer bei mir im Kühlschrank steht, die Mischung macht’s. Und genau das ist ja auch das Schöne an der Bierkultur und der Biervielfalt, die wir im Allgäu oder als kleine Brauerei bieten können, im Vergleich zu großen Marken.“

Heute feiert man ja den Erlass des bayerischen Reinheitsgebots. Gilt das eigentlich noch immer und wie lautet es genau?

„Ja, das Reinheitsgebot gilt natürlich noch. Es ist das älteste Lebensmittelgesetz der Welt. Es besagt, dass Bier aus Hopfen, Malz und Wasser besteht. Wenn man es genau nimmt, sind es eigentlich nur drei Rohstoffe, weil die Hefe, die oft mit genannt wird, zum Zeitpunkt des Reinheitsgebots 1516 in ihrer Wirkungsweise noch gar nicht bekannt war. Diese drei Rohstoffe gelten also bis heute. Es ist auch wichtig, dass das nicht verwässert wird und dass von den Behörden darauf geachtet wird, dass sich alle Brauereien daran halten. Im Vergleich zu anderen Ländern ist das schon ein Unterschied: In Österreich werden zum Beispiel auch Mais oder Reis verwendet, und in Belgien kommen teilweise noch Früchte oder Honig dazu.“

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Geschrieben von: Redaktion

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