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Im Tarifkonflikt der bayerischen Milchwirtschaft haben am Montag mehr als 300 Beschäftigte von Nestlé in Biessenhofen und den Karwendel-Werken in Buchloe die Arbeit niedergelegt. Mit einem ganztägigen Warnstreik und einer zentralen Kundgebung in Biessenhofen erhöhten sie den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Tarifrunde.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert neben einer Lohnerhöhung von 4,1 Prozent ein neues Wahlmodell. Beschäftigte sollen künftig selbst entscheiden können, ob sie eine zusätzliche Sonderzahlung im Wert von fünf Arbeitstagen als Geld oder in Form von Freizeit erhalten möchten. Nach Angaben der Gewerkschaft entspricht dies einer weiteren Verbesserung von rund 1,9 Prozent.
Für Kritik sorgt das Angebot der Arbeitgeber aus der zweiten Verhandlungsrunde. Zwar hätten sie zwei zusätzliche freie Tage in Aussicht gestellt, gleichzeitig aber gefordert, dass Unternehmen künftig selbst entscheiden können, ob Überstunden ausbezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden. Bislang werden Mehrarbeitsstunden in den meisten tarifgebundenen Betrieben über Arbeitszeitkonten grundsätzlich durch Freizeit abgegolten.
NGG-Verhandlungsführer Mustafa Öz sprach auf der Kundgebung von einem „Überstundenhammer“. Gerade in Zeiten steigender Arbeitsbelastung brauche es mehr Entlastung, damit Beschäftigte gesund bis zur Rente arbeiten könnten. Längere Arbeitszeiten könnten zudem Arbeitsplätze gefährden.
Die dritte Tarifverhandlung findet am Dienstag in München statt. Sollte es dabei erneut keine Einigung geben, schließt die Gewerkschaft auch längere Streiks nicht aus. Bereits bei der Tarifrunde 2024 hatte es mehrtägige Arbeitsniederlegungen und größere Demonstrationen in Bayern gegeben.
Geschrieben von: Redaktion
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