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Die Milchbauern im Allgäu stehen wegen Dürre, hoher Futterkosten und niedriger Milchpreise weiter unter Druck. Die angekündigten zusätzlichen Direktzahlungen kommen nach Ansicht des BDM zu spät und reichen nicht aus, um die aktuelle Kostenlücke zu schließen. Der Verband fordert deshalb einen freiwilligen Lieferverzicht gegen Entschädigung, um die Betriebe zu entlasten und den Milchmarkt zu stabilisieren.

Die Milchbauern in Deutschland stehen weiter unter Druck – das trifft auch das Allgäu besonders. Die Region gehört zu den wichtigsten Milchwirtschaftsgebieten Deutschlands, entsprechend viele Betriebe sind von den hohen Futterkosten und den niedrigen Milchpreisen betroffen.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat angekündigt, die Direktzahlungen für das Antragsjahr 2027 vollständig auszuschöpfen. Dadurch sollen rund 4,92 statt bisher rund 4,18 Milliarden Euro verteilt werden. Das sind rund 737 Millionen Euro zusätzlich. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, kurz BDM, entspricht das bei einer Verteilung auf rund 16 Millionen Hektar etwa 46 Euro je Hektar. Das Geld würde allerdings frühestens Ende 2027 ausgezahlt.
Für die Milchbauern kommt die Unterstützung damit aus Sicht des BDM zu spät. Die Dürre belastet die Futterversorgung bereits jetzt, gleichzeitig sind die Milchpreise unter Druck. Im Juni lag der bundesweite Milchauszahlungspreis demnach bei rund 39 Cent je Kilogramm Milch. Die Produktionskosten werden mit mehr als 53 Cent angegeben.
Als kurzfristige Maßnahmen stehen unter anderem Liquiditätsdarlehen und Stundungen von Beiträgen, Tilgungen oder Pachtzahlungen zur Verfügung. Der BDM kritisiert allerdings, dass dadurch keine zusätzlichen Erlöse für die Betriebe entstehen. Die Schulden müssten später zurückgezahlt werden.
Der Verband fordert deshalb weiterhin einen freiwilligen Lieferverzicht gegen Entschädigung. Dadurch könnte die Milchmenge am Markt reduziert und gleichzeitig den betroffenen Betrieben kurzfristig finanziell geholfen werden. Die deutsche Milchanlieferung lag im Frühjahr 2026 zeitweise mehr als sechs Prozent über dem Vorjahresniveau.
Gerade für die vielen Milchviehbetriebe im Allgäu ist die Entwicklung wichtig. Denn wenn Futter knapp und teuer wird und gleichzeitig die Erlöse nicht ausreichen, verschärft sich der wirtschaftliche Druck auf die Höfe. Der BDM warnt deshalb davor, darauf zu setzen, dass Betriebsaufgaben oder Extremwetter die Milchmenge von alleine reduzieren.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
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