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Die Stadt Lindau ist für die verbesserte Fuß- und Radverkehrsanbindung des Bahnhofs Lindau-Reutin ausgezeichnet worden. Das Mobilitätsprojekt gehört zu 20 Gewinnern des bundesweiten Wettbewerbs „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“. Dafür erhält die Stadt ein Preisgeld von 5.000 Euro.

Sicher mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Bahnhof und bequem in den Zug umsteigen: In Lindau wurden die Wege zum Bahnhof Reutin in den vergangenen Jahren gezielt verbessert. Für das Projekt zur Umgestaltung der Bregenzer Straße ist die Stadt am 14. Oktober im Bundeswettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ ausgezeichnet worden.
Mit dem Wettbewerb würdigen das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung insgesamt 20 Projekte. Sie zeigen, wie Bahnhöfe in ländlichen Regionen besser an Busse, Fuß- und Radwege sowie weitere Mobilitätsangebote angebunden werden können. Ziel ist es, verlässliche Wegeketten zu schaffen, die auch ohne eigenes Auto im Alltag funktionieren.
Ausgangspunkt für das Lindauer Projekt war die Inbetriebnahme des Fernbahnhofs Reutin. Weil dieser als wichtiger Fernverkehrshalt an Bedeutung gewann, sollte eine sichere und direkte Verbindung zwischen dem Bahnhof, dem Stadtgebiet und der Insel geschaffen werden. Die frühere Bahnüberführung an der Bregenzer Straße war ausschließlich auf den Autoverkehr ausgelegt und bot für Fußgänger und Radfahrer nur eingeschränkte Sicherheit.
Die Umgestaltung erfolgte in drei aufeinander abgestimmten Bauabschnitten: Zwischen 2018 und 2021 wurde der Bahnübergang durch eine Unterführung ersetzt. Von 2022 bis 2023 folgte die getrennte Führung von Fuß- und Radverkehr entlang der Bregenzer Straße auf Höhe des Landratsamts. 2024 wurde schließlich die Fahrradstraße vor der Stadtverwaltung als westlicher Anschluss in Richtung Insel fertiggestellt.
Die frühere Überführung wurde für Autos gesperrt und zu einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer umgebaut. Ergänzend entstanden witterungsgeschützte Fahrradabstellanlagen, abschließbare Fahrradboxen sowie zusätzliche Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Stellplätze. Auch die Buslinienführung wurde angepasst.
„Für uns als Stadt war es wichtig, eine gute und sichere Verbindung zwischen den Bahnhöfen Lindau-Reutin und Lindau-Insel zu schaffen und gleichzeitig die Erreichbarkeit sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad schrittweise zu verbessern“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.
Wie stark die neue Infrastruktur genutzt wird, verdeutlicht Mobilitätsmanager Jaime Valdés Valverde: Die Fahrradstraße entlang der Bregenzer Straße werde täglich von mehr als 3.000 Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt. Hinzu kämen zahlreiche Fußgänger, die vom sichereren Anschluss an den Bahnhof Reutin profitierten.
Nach Ansicht des Bundesbauministeriums und des BBSR ist eine gute Anbindung an Bahnhöfe entscheidend, damit Menschen auch in ländlichen Regionen ohne eigenes Auto mobil bleiben können. Die ausgezeichneten Projekte zeigen unter anderem, wie Busverbindungen auf Zugfahrpläne abgestimmt, Ortsteile besser an Bahnhöfe angebunden und sichere Wege beim Umsteigen geschaffen werden können.
Alle 20 ausgezeichneten Projekte werden auf der Online-Plattform Mobilikon vorgestellt. Das Nachschlagewerk des BBSR bündelt Informationen und Praxisbeispiele zu kommunalen Mobilitätslösungen. Kommunen können sich dort über Ansätze informieren, die sich auch auf andere Regionen übertragen lassen.
Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Region gestalten“ durchgeführt. Das Programm unterstützt Projekte mit besonderem Fokus auf ländliche Räume und soll dazu beitragen, neue Ansätze der räumlichen Entwicklung zu erproben und Erfahrungen für andere Regionen nutzbar zu machen.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu Bahnhof Bundespreis Lindau