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Polizei

Großeinsatz am Krankenhaus Weilheim: Klinik probt den Ernstfall

today22. Oktober 2026

Hintergrund
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Zahlreiche Verletzte, ein möglicher Anschlag und eine angespannte Sicherheitslage: Am Krankenhaus Weilheim haben Mitarbeiter gemeinsam mit Polizei und Bayerischem Roten Kreuz (BRK) den Ernstfall geprobt. Bei einer groß angelegten MANV-Übung trainierten die Einsatzkräfte am Samstag die Abläufe bei einem Massenanfall von Verletzten.

Foto: Drei Polizisten kümmern sich um eine Kollegin mit simulierten schweren Stichverletzungen

Das Szenario ging von einem Anschlag bei einer Großveranstaltung mit zahlreichen Verletzten aus. Gegen 8.30 Uhr schätzte Dr. Stephen Bodenberger, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme Weilheim, die Lage ein und löste den MANV-Alarm aus. Die Abkürzung steht für „Massenanfall von Verletzten“. Gemeint ist eine Situation, in der innerhalb kurzer Zeit mehr Menschen medizinische Hilfe benötigen, als mit den üblichen Abläufen versorgt werden können.

In solchen Fällen müssen Personal und Behandlungskapazitäten schnell organisiert und klare Zuständigkeiten geschaffen werden. „Bei einem Massenanfall von Verletzten müssen wir innerhalb kürzester Zeit entscheiden, wer zuerst Hilfe benötigt und wie wir unsere verfügbaren Kräfte am sinnvollsten einsetzen“, erklärte Bodenberger. Eine funktionierende Kommunikation sei dabei entscheidend, um die Versorgung strukturiert sicherzustellen.

Im Krankenhaus wurde eine Einsatzleitung eingerichtet und eine Registrierungsstelle für Mitarbeiter vorbereitet. Der Haupteingang wurde vorübergehend geschlossen und das Gebäude abgesperrt, um den Zugang kontrollieren zu können. An der Liegendanfahrt entstand eine Sichtungsstelle, an der die Verletzten nach der Dringlichkeit ihrer Behandlung eingestuft wurden.

Im weiteren Verlauf trafen rund 15 weitere Übungspatienten zu Fuß ein. Sie wurden je nach Verletzungsschwere den roten, gelben oder grünen Versorgungsbereichen zugeteilt. Leichtverletzte wurden im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) betreut und dort erneut gesichtet. Die Teams mussten dabei die unterschiedlichen Verletzungen und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten berücksichtigen.

Zusätzlich verschärfte sich die Lage im simulierten Einsatz gegen 9.30 Uhr: Im MVZ hielt sich ein als Attentäter dargestellter Patient auf. Damit rückte neben der medizinischen Versorgung auch die Sicherheit der Patienten und Beschäftigten in den Mittelpunkt. Die Polizei war eng in die Übung eingebunden.

„Ein Krankenhaus muss auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig bleiben“, betonte Dr. Thomas Löffler, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Weilheim. Neben der Behandlung der Patienten seien der Schutz der Mitarbeiter und klare Entscheidungen auf allen Ebenen entscheidend.

Im Übungsszenario gab es einen Todesfall und mehrere Schwerverletzte. Um auf die wechselnde Lage reagieren zu können, wurden Versorgungsteams neu zusammengestellt. Auch die Grenzen der vorhandenen Kapazitäten wurden berücksichtigt: Für einen Patienten musste eine Verlegung in eine externe Einrichtung organisiert werden.

Nach der simulierten Aufhebung der Gefährdungslage kehrte das Krankenhaus zum regulären Betrieb zurück. An der Übung beteiligten sich Mitarbeiter der chirurgischen Abteilungen, der Anästhesie und Intensivmedizin sowie der Interdisziplinären Notaufnahme. Hinzu kamen Einsatzkräfte der Polizei und des BRK.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung der Notfallstrukturen und in künftige Schulungen am Krankenhaus Weilheim einfließen.

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Geschrieben von: Leon Dauter

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