Listeners:
Top-Hörer:
AllgäuHIT
play_arrow
AllgäuHIT-Kaffeeklatsch: mit Rebecca Simoneit-Barum vom Zirkus Charles Knie
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
Im obligatorischen Spielerkreis nach dem Abpfiff blickte Trainer Matthias Günes in ein paar traurige Gesichter seiner Jungs und schickte sich an, das torlose Unentschieden des FC Memmingen gegen die SpVgg Unterhaching sogleich richtig einzuordnen: „Es ist schon unfassbar, dass wir heute enttäuscht sind, wenn wir gegen Haching 0:0 spielen. Das zeigt, dass unsere Entwicklung in eine ganz gute Richtung geht.“

Rückblende: Vor gut einem Jahr als die Memminger die seinerzeit als Regionalliga-Spitzenreiter gekommenen Münchner Vorstädter mit 2:1 niederkämpften wurde noch von einem Husarenstreich gesprochen. Dieses Mal waren die Vorzeichen umgekehrt: Es ging es selbst als Tabellenführer in dieses Duell und die eigene Erwartungshaltung war ungleich höher. Die Ansprüche nach dem starken Saisonstart sind gestiegen.
„Es war ein intensives Spiel“, gab Unterhachings Interimstrainer Janek Frensch zu Protokoll. Auf der Tribüne wurde neben Haching-Präsident Manfred Schwabl übrigens sein potenzieller Trainer-Wunschkandidat Holger Seitz gesichtet. „In der ersten Halbzeit hätten wir uns mit einem Tor belohnen können, in der zweiten sah es ein bisschen anders aus“, analysierte Frensch, der wohl wieder auf seinen Posten als U17-Trainer ins Hachinger Nachwuchsleistungszentrum zurückkehren wird.
Bemerkenswert in dieser Partie war, dass es kaum Standardsituationen und es damit nur wenig Unterbrechungen zum Durchschnaufen gab, wenn beispielsweise beim Taktieren vor Freistößen der Ball ruht. Bezeichnend war auch, dass die Gäste nur zu einem einzigen Eckball kamen. Wie auch die Hausherren – und das im Fall des FCM erst in der Nachspielzeit. Was bedeutete, dass Ball und Spieler über 90 Minuten in Bewegung waren, auch wenn die finalen Pässe oft nicht ankamen. „Wir hatten viele lange Sprints, intensive Eins-gegen-eins-Duelle und durchgehend 20 Feldspieler, die körperlich an ihre Grenzen gingen“ sah Günes „eine Dynamik wie beim Tennis“.
Ein gewisser Unterhaltungswert war damit für die über tausend Zuschauer trotz der Nullnummer gegeben. Für den Memminger Coach hatte der Unparteiische Elias Wörz (TSV Friesenried) seinen Anteil daran. Er bescheinigte dem Schiedsrichter-Gespann eine „richtig gute Leistung, das das Spiel hat laufen lassen wie es sich gehört“. Ein Lob trotz einer Gelben Karte, die sich Günes für zu lautstarkes Reklamieren einhandelte („die habe ich auch verdient“).
Die Memminger waren einen Tick näher dran am Sieg und hatten für Günes „in der zweiten Halbzeit durchgehend die Hand auf dem Spiel.“ Der eingewechselte Pascal Maier ließ eine sogenannte hundertprozentige Möglichkeit liegen, als er seinem Gegenspieler Andi Breuer frech den Ball abluchste, aber den herauseilenden Torhüter Erion Avdija nicht überwinden konnte (61. Minute). Auch Philipp Kirsamer hätte zum Joker werden können, aber sein Fernversuch aus der Drehung heraus knallte nur an die Querlatte und sprang vor der Torlinie auf (80.). Einen Hachinger Lucky Punch verhinderte wiederum FCM-Torhüter Dominik Dewein, der den wuchtigen Kopfball von Jeroen Krupa ganz cool nur mit einer Hand abfischte (89.). Schon zuvor gab es für den Memminger Schlussmann und seine zum Teil unkonventionellen, aber überragenden Rettungsaktionen Szenenapplaus des Publikums.
Die Tabellenführung musste der FCM zwar dem TSV Buchbach überlassen, geht aber weiter mit einer herausragenden Ausgangsposition am kommenden Samstag in das Auswärtsspiel beim TSV Schwaben Augsburg.
(PM: FC Memmingen)
Geschrieben von: Stefanie Eller
Allgäu FC Memmingen fussball Memmingen