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In Kempten entsteht eines von vier neuen Musterungszentren der Bundeswehr in Bayern. Künftig sollen hier vor allem junge Männer auf ihre grundsätzliche Tauglichkeit für den Wehrdienst untersucht werden.
Die Musterung ist für Männer verpflichtend, der Wehrdienst selbst bleibt freiwillig. Dafür wird das bisherige Gebäude des Gesundheitsamtes in der Salzstraße künftig von der Bundeswehr genutzt. Die Außenstelle des Gesundheitsamtes zieht währenddessen an den Adenauerring um. Wir haben mit Kemptens Oberbürgermeister Christian Schoch über das neue Musterungszentrum gesprochen.

Warum wohl gerade dieser Standort dafür geeignet sein könnte, hat uns Kemptens Oberbürgermeister Christian Schoch im Interview erzählt:
„Warum genau ausgerechnet dieses Gebäude geeignet ist, das müssten wir wahrscheinlich die BImA fragen. Ich vermute allerdings, dass es sich anbietet, weil das Gesundheitsamt bereits in diesem Gebäude körperliche Untersuchungen gemacht hat. Dadurch ist es vermutlich besonders für die Untersuchung von Wehrpflichtigen geeignet.“
Auch für die Stadt selbst ist es etwas Besonderes, einer von nur vier Standorten in Bayern zu sein, meint Schoch:
„Natürlich hat ein Standort der Bundeswehr, und wenn es auch „nur“ ein Musterungszentrum ist, eine große Bedeutung für die Stadt Kempten. Sie erlangt dadurch bayernweit Bekanntheit, aber insbesondere natürlich im südbayerischen Raum, was dann vermutlich das Einzugsgebiet derjenigen sein wird, die gemustert werden. Damit wird Kempten natürlich nicht nur bekannt, sondern wir werden auch einfach mehr Frequenz, mehr Besucher in Kempten haben. Allerdings nicht zu einem touristischen Zweck, sondern zu einem Zweck, den wir eigentlich alle gerne vermieden hätten oder vermeiden würden. Aber für die Stadt selbst ist das insofern von großer Bedeutung, und ich sehe das durchaus positiv.“
Die Außenstelle des Gesundheitsamtes muss dafür natürlich umziehen. Aber der neue Standort steht laut Schoch bereits fest:
„Die Außenstelle des Gesundheitsamtes in Kempten wird künftig nach meinem aktuellen Kenntnisstand, daran sollte sich nichts mehr ändern, am Adenauerring ihren Platz finden. Und zwar in dem Gebäude, das sich gerade im Umbau befindet, dort, wo die Landwirtschaftsschule schon ihren Betrieb hat.“
Kempten wäre grundsätzlich auch bereit, der Bundeswehr bei Bedarf weitere Bereiche zur Verfügung zu stellen, meint Schoch:
„Meines Wissens sind die Planungen bei der Bundeswehr sehr umfassend und auch weit gediehen, und zwar über jegliche Bereiche und Abteilungen hinweg. Denn es gibt ja einen Gesamtplan, den die Bundeswehr in all ihren verschiedenen Abteilungen verfolgt, und die Standortfragen dürften mittlerweile geklärt sein. Sollte dem nicht so sein, sollte Kempten doch aus irgendeinem Grund wieder in den Fokus für andere Bereiche rücken, so kann ich nur sagen, dass sie herzlich willkommen sind. Und wir werden sicherlich der Bundeswehr ordentlich unter die Arme greifen können und würden das auch tun, wenn es das erfordert. Im Moment gehe ich allerdings nicht davon aus.“
Geschrieben von: Redaktion
Allgäu Kempten Musterung Musterungszentrum Kempten