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Wirtschaft

Arbeitsmarkt im Allgäu entspannt sich im Januar

today1. Februar 2022

Hintergrund
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Witterungsbedingt stieg die Zahl der Arbeitslosen im Januar 2022 im Vergleich zum Dezember an, die Quote im Januar lag allgäuweit bei 2,7 Prozent. Allerdings fällt der Zuwachs an Arbeitslosen geringer aus als in den Vorjahren, die Quote liegt unter der Quote des Vorkrisen-Vergleichsmonats 2020.

„Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar 2022 erwartungsgemäß angestiegen“, berichtet Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Dies hängt mit der Winterwitterung zusammen, aufgrund der einige davon abhängige Unternehmen – z.B. aus der Baubranche – Arbeitskräfte zumindest vorübergehend ausstellen mussten. Zudem enden Arbeitsverträge häufig zum Jahres- bzw. Quartalsende und die betroffenen Arbeitnehmer melden sich arbeitslos. Was mich daran dennoch freut: der Zuwachs an arbeitslosen Personen von Dezember zu Januar fällt in diesem Jahr geringer aus als in den Vorjahren, und die Arbeitslosenquote liegt mit 2,7 Prozent erstmals seit Beginn der Pandemie unter der Quote des Vorkrisen-Vergleichsmonats Januar 2020. Die damalige Quote betrug 2,8 Prozent. Dies zeigt: der Arbeitsmarkt stabilisiert sich weiter auf Vorkrisenniveau, und auch die aktuellen coronabedingten Einschränkungen schlagen sich nicht in einer erhöhten Arbeitslosigkeit nieder. Ich bin optimistisch, dass die Unternehmen im bayerischen Allgäu auch die kommenden Monate ohne größeren Personalabbau bewältigen können.“

Arbeitslosigkeit

Der Bestand an arbeitslosen Bürgerinnen und Bürgern lag im Januar im Agenturbezirk bei 10.634 Personen – 865 Personen bzw. 8,9 Prozent mehr als im Vormonat Dezember. Dieser Anstieg fällt in diesem Jahr moderater als in den Vorjahren. Zum Vergleich: von Dezember 2020 zu Januar 2021 betrug der Anstieg 1.504 Personen (12,2 Prozent) und von Dezember 2019 zu Januar 2020 – also noch vor Pandemiebeginn – 963 Personen (10,0 Prozent).

Die Arbeitslosenquote stieg von Dezember zu Januar um 0,2 Punkte auf 2,7 Prozent und lag damit um 0,9 Punkte niedriger als im Vorjahresjanuar 2021 und 0,1 Punkt unter der Quote des Januars 2020.

Arbeitsstellen

Ebenfalls erwartungsgemäß und saisonal bedingt meldeten die Firmen bis zum Stichtag im Januar der Arbeitsagentur mit 1.138 vakanten Stellen 144 Stellen weniger als noch im Dezember – ein Minus von 11 Prozent. Positiv: der Bestand an zu besetzenden Arbeitsstellen betrug damit 6.970 – ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat (374 Stellen bzw. 49,0 Prozent mehr) und auch zum Vorkrisenjanuar 2020 (damaliger Bestand: 5.892 Stellen).

Den größten Arbeitskräftebedarf haben die Allgäuer Unternehmen im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, in denen die Arbeitnehmerüberlassung enthalten ist (2.112 vakante Stellen), im verarbeitenden Gewerbe (850 freie Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (755 Stellen), im Handel (747 Stellen) sowie im Gastgewerbe (701 Stellen) und im Baugewerbe (522 Stellen).

Kurzarbeit

Anzeigen zur Kurzarbeit sind ein Indikator für die konjunkturelle Entwicklung. Spätestens im Beginn-Monat der Kurzarbeit muss eine Anzeige bei der zuständigen Arbeitsagentur über die Höhe des voraussichtlichen Arbeitsausfalls und die Anzahl der Mitarbeiter erfolgen. Bei der Interpretation ist zu beachten, dass bei konjunktureller Eintrübung die Anzeigen sehr früh eingehen und einen erhöhten Umfang aufweisen. Nur ein Teil der Anzeigen wird tatsächlich realisiert – d. h. nur bei einem Teil kommt es zur tatsächlichen Antragstellung auf Kurzarbeitergeld.

Da Betriebe drei Monate Zeit haben, den Antrag zu stellen, ist derzeit der letzte Monat, für den valide Zahlen zu Kurzarbeitergeld vorhanden sind, der September 2021 – in dem die erneuten coronabedingten Einschränkungen noch nicht eingesetzt hatten. Damals bezogen 840 Betriebe für 5.159 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld. Die Anzeigenstellung durch die Betriebe ist seit Dezember wieder stark angestiegen – wobei noch offen ist, wie viele tatsächliche Antragstellungen sich daraus ergeben werden.

Zudem lässt sich derzeit noch nicht beziffern, in welcher Höhe die Anzeigenzahl mit den verschärften Beschränkungen seit dem letzten Herbst und/oder den verlängerten Sonderregelungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld zusammenhängt, aufgrund derer jeder Betrieb im Kurzarbeitergeldbezug erneut eine Anzeige stellen musste.

Am häufigsten kamen die Anzeigen aus den Branchen Gastronomie, Beherbergung und Verarbeitendes Gewerbe.

Ausbildungsmarkt

Seit Oktober 2021 haben sich bis zum Stichtag im Januar 2022 1.923 junge Menschen in der Berufsberatung der Arbeitsagentur Kempten-Memmingen ausbildungssuchend gemeldet – 106 Jugendliche bzw. 5,2 Prozent weniger als noch im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Dagegen haben die Allgäuer Unternehmen bereits 5.021 duale Ausbildungsstellen gemeldet – 411 Stellen bzw. 9,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Eine fundierte Prognose für den Ausbildungsmarkt des Berichtsjahres 2021/22 (1. Oktober 2021 bis 30. September 2022) lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht stellen, da verschiedene Faktoren die Zahlen beeinflussen – z.B. wie oft Berufsberaterinnen und Berufsberater in diesem Schuljahr schon an den Schulen mit ausbildungssuchenden Schülern Kontakt aufnehmen konnten – und momentan auch noch verzerren können.

Der Arbeitsmarkt in den Regionen

Der Januar 2022 ist der erste Monat im Lauf der Pandemie, in dem die Arbeitslosenquote des gesamten bayerischen Allgäus unter den Wert des Vergleichsmonat vor Beginn der Coronakrise sank. Dies spiegelt sich in den verschiedenen kommunalen Regionen wieder: Nur in den Kreisen Unterallgäu und Ostallgäu liegt die Arbeitslosenquote um je 0,1 Punkt höher als im Januar 2020, in der Stadt Kempten und dem Kreis Oberallgäu ist sie identisch mit der des Januars 2020 und in allen übrigen Städten und Kreisen um 0,1 bis 0,5 Punkte niedriger.

Die Zahl arbeitsloser Bürger ist im Stadtgebiet Kaufbeuren im Januar um 133 auf 1.031 gestiegen – ein Plus von 14,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit auf 4,1 Prozent – 0,5 Punkte mehr, als noch im Dezember. Allerdings ist sie damit auch um 0,4 Punkte niedriger als im Januar 2020 – dem Januar vor Pandemiebeginn. Kaufbeuren liegt damit neben der Stadt Memmingen am weitesten unter dem Niveau der Arbeitslosigkeit des Januars 2020. Die Firmen meldeten 131 neue Stellen – fünf Stellen bzw. 3,7 Prozent weniger als im Dezember. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen belief sich auf 542 Stellen: 76 Stellen bzw. 16,3 Prozent mehr als im Dezember. Der Schwerpunkt offener Stellen liegt in den Bereichen Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, zu denen auch die Zeitarbeit zählt (230 vakante Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (93 offene Stellen), Handel (52 Stellen) und verarbeitendes Gewerbe (34 Stellen).

Im Stadtgebiet Kempten waren im Januar 1.373 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet – 115 Personen bzw. 9,1 Prozent mehr als im Vormonat. Dies entspricht einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,3 Punkte auf 3,5 Prozent. Die Kemptener Unternehmen meldeten der Arbeitsagentur 133 neue zu besetzende Stellen – 32 weniger als im Dezember und damit ein Rückgang von 19,4 Prozent. Der Bestand an vakanten Stellen betrug 720 Stellen – ein Plus von 23 Stellen bzw. 3,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die meisten vakanten Stellen finden sich in den Bereichen Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen incl. Arbeitnehmerüberlassung (160 zu besetzende Stellen), im Handel (105 offene Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (103 Stellen) sowie freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen (hier zählen auch Stellen in der Unternehmensführung, Unternehmensberatung oder Steuerberatung, insgesamt 93 Stellen).

In der Stadt Memmingen waren im Januar 830 Memminger arbeitslos gemeldet, 41 Personen bzw. 5,2 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote betrug 3,3 Prozent – 0,2 Punkten mehr als im Dezember, aber 0,5 Punkte weniger als im Vorkrisen-Januar 2020 (damals: 3,8 Prozent). Von den Unternehmen in Memmingen wurden 88 neue vakante Stellen gemeldet – 37 Stellen bzw. 29,6 Prozent  weniger als im Vormonat. Der Stellenbestand belief sich damit zum Stichtag im Januar auf 772 vakante Arbeitsplätze – 18 Stellen bzw. 2,3 Prozent weniger als im Dezember. Spitzenplatz bei den zu besetzenden Stellen bildet der Bereich Sonstige wirtschaftliche Dienstleistung incl. Zeitarbeit (316 Stellen), der Handel (127 vakante Stellen) gefolgt von dem verarbeitenden Gewerbe (97 offene Stellen) und freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (57 Stellen).

Im Kreis Lindau (Bodensee) waren im Januar 1.295 Personen arbeitslos gemeldet – 180 mehr als im Dezember, was einem Zuwachs von 16,1 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,4 Punkte auf 2,9 Prozent. Der Zugang an neuen zu besetzenden Arbeitsstellen bei den Unternehmen betrug 245 Stellen – vier mehr als im Vormonat bzw. ein Plus von 1,7 Prozent. Der Stellenbestand belief sich auf 1.245 vakante Stellen – ein Minus von 86 Stellen (- 6,5 Prozent) im Vergleich zu Dezember. Die Betriebe suchten am häufigsten Arbeitskräfte im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen auch die Zeitarbeit gehört (518 vakante Stellen), im verarbeitenden Gewerbe (150 offene Stellen), im Gastgewerbe (120 Stellen) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (103 Stellen).

Die Zahl der im Kreis Oberallgäu arbeitslos gemeldeten Bürgerinnen und Bürger betrug zum Stichtag im Januar 2.035 Personen – 80 Personen bzw. 3,8 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank damit von Dezember auf Januar um 0,1 Punkte auf 2,3 Prozent. Die Oberallgäuer Betriebe meldeten der Arbeitsagentur 200 neue offene Stellen, 37 Stellen bzw. 22,7 Prozent mehr als im Oktober. Der Stellenbestand stieg damit leicht um neun Stellen bzw. 0,8 Prozent auf 1.127. Am häufigsten wurden Arbeitskräfte in den Bereichen Gastgewerbe (358 Stellen), Handel (137 Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (135 Stellen) und im verarbeitenden Gewerbe (123 Stellen) gesucht.

Im Kreis Ostallgäu stieg der Bestand an arbeitslosen Bürgerinnen und Bürger im Vergleich zum Vormonat um 184 auf 2.098 Personen (plus 9,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg damit auf 2,6 Prozent – 0,2 Punkte mehr als im Dezember. Ostallgäuer Unternehmen meldeten im Januar 135 neue zu besetzende Arbeitsstellen – zwölf Stellen bzw. 9,8 Prozent mehr als im Dezember. Der Bestand offener Stellen stieg damit um 27 Stellen auf 998 (2,8 Prozent). Die meisten vakanten Stellen sind hier im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen incl. Arbeitnehmerüberlassung (194 offene Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (149 Stellen), im Baugewerbe (143 Stellen) sowie im Handel (134 Stellen) und im verarbeitenden Gewerbe (122 Stellen) zu finden.

1.972 Unterallgäuer waren im Januar im Kreis Unterallgäu arbeitslos gemeldet – 292 Personen bzw. 17,4 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,3 Punkte auf 2,3 Prozent. Die Firmen meldeten der Arbeitsagentur 206 neue vakante Stellen, 120 Stellen bzw. 36,8 Prozent weniger als im Dezember. Der Stellenbestand stieg damit leicht um fünf Stellen auf 1.556 Stellen, ein Plus von 0,3 Prozent. Am höchsten war die Arbeitskräftenachfrage im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen incl. Zeitarbeit (580 vakante Stellen), im verarbeitenden Gewerbe (277 offene Stellen), im Baugewerbe (151 Stellen) und im Gesundheits- und Sozialwesen (126 Stellen) sowie im Handel (124 Stellen). 

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Geschrieben von: Redaktion

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