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Aktuelles

Rund 3.560 Beschäftigte gehen im Allgäu jedes Jahr in Rente

today29. Oktober 2026

Hintergrund
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In Kempten, Kaufbeuren sowie den Landkreisen Oberallgäu und Ostallgäu werden in den kommenden Jahren jährlich rund 3.560 Beschäftigte in den Ruhestand gehen. Bis 2035 werden in diesen Gebieten zusammen voraussichtlich rund 104.000 Menschen im Ruhestand sein. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf Berechnungen des Pestel-Instituts hin. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft eine verlässliche und abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren.

Wer 45 Beitragsjahre voll hat, soll ohne Abschläge in Rente gehen können. Die Gewerkschaft NGG Allgäu fordert von der Bundesregierung, ein „Renten Stoppschild 45“ zu setzen. Foto: NGG | Tobias Seifert

Die Zahlen unterscheiden sich je nach Gebiet: Im Landkreis Oberallgäu werden durchschnittlich rund 1.410 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen, im Ostallgäu sind es etwa 1.240. Für Kempten rechnet die NGG mit rund 530 und für Kaufbeuren mit rund 380 Beschäftigten jährlich.

Die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorgt nach Einschätzung der NGG-Region Allgäu für Verunsicherung. Besonders Beschäftigte, die kurz vor dem Erreichen von 45 Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung stehen oder diese bereits erfüllt haben, blickten mit Sorge auf die politischen Pläne. Sie befürchteten finanzielle Einbußen, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden wollen. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt Joschka Ebel, Geschäftsführer der NGG-Region Allgäu.

Die Gewerkschaft betont, dass Menschen mit langen Erwerbsbiografien nicht automatisch zu den Spitzenverdienern gehören. Gerade Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion, in Bäckereien, Kantinen und Restaurants seien auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Wer früh ins Berufsleben starte, dürfe dafür nicht bestraft werden, so die NGG.

Wie viele Menschen von der Regelung betroffen sein könnten, zeigen Zahlen aus Bayern: Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung haben rund 434.200 Männer und etwa 182.500 Frauen, die Ende 2025 eine gesetzliche Altersrente bezogen, mindestens 45 Jahre Beiträge gezahlt.

Die NGG fordert CDU/CSU und SPD deshalb auf, die Rentenreform sozial auszugestalten. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt die Gewerkschaft ab. Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen könnten nicht beliebig länger arbeiten, warnt Ebel. Ein höheres Renteneintrittsalter komme für diese Beschäftigten einer Rentenkürzung durch die Hintertür gleich.

Auch die geplante Kapitalrente sieht die NGG kritisch. Die gesetzliche Altersversorgung müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängig sein. Außerdem spricht sich die Gewerkschaft dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln.

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Geschrieben von: Leon Dauter

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