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In Kaufbeuren müssen Eltern von Kindergartenkindern ab Januar 2027 monatlich 100 Euro mehr zahlen. Grund ist der Wegfall des staatlichen Beitragszuschusses, den die Stadt wegen ihrer angespannten Haushaltslage nicht ausgleichen wird. Der Stadtrat hat allerdings eine Prüfung möglicher Geschwisterermäßigungen beschlossen. Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2027 vorliegen.

Der Kaufbeurer Stadtrat hat beschlossen, die bisherigen Elternbeiträge für städtische Kindertageseinrichtungen ab Januar 2027 unverändert zu lassen. Trotzdem kommt auf viele Familien eine Mehrbelastung zu: Der staatliche Beitragszuschuss von 100 Euro monatlich für Kindergartenkinder fällt weg. Die Stadt Kaufbeuren wird diesen Betrag nicht aus eigenen Mitteln ausgleichen.
Hintergrund ist eine Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes, die zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Der bisherige staatliche Zuschuss für Eltern wird künftig in eine höhere Förderung der Betriebskosten von Kindertageseinrichtungen überführt. Davon sollen alle Betreuungsformen profitieren. Zusätzlich sind unter anderem eine Förderung von Teamkräften und eine Funktionsstellenpauschale vorgesehen.
Für Kindergarteneltern bedeutet die Änderung allerdings, dass sie künftig monatlich 100 Euro mehr selbst bezahlen müssen. Familien mit geringem oder keinem Einkommen können weiterhin eine teilweise oder vollständige Übernahme der Betreuungskosten beantragen.
Die Stadt Kaufbeuren begründet ihre Entscheidung mit der angespannten Haushaltslage. Bereits jetzt wendet sie nach eigenen Angaben durchschnittlich rund 8.000 Euro pro Betreuungsplatz und Jahr aus eigenen Mitteln auf. Das jährliche Defizit bei den städtischen Kindertageseinrichtungen liege bei rund 15 Millionen Euro. Ein eigener Zuschuss würde die Stadt zusätzlich etwa 1,5 Millionen Euro jährlich kosten.
Oberbürgermeister Stefan Bosse sieht die Finanzierung der Kindertagesbetreuung grundsätzlich unter Druck. Die Unterfinanzierung sei kein ausschließliches Kaufbeurer Problem und gefährde auch die Vielfalt der Träger. Familienreferentin Cornelia Otto betont zugleich, dass eine gute Kinderbetreuung für die Stadt weiterhin von zentraler Bedeutung sei.
Entlastung könnte es künftig für Familien mit mehreren Kindern geben. Die Stadtratsfraktionen von Grünen und SPD haben eine Prüfung möglicher Geschwisterermäßigungen beantragt. Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben mit großer Mehrheit zu. Die Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2027 vorgestellt werden.
Bei der Stadtratssitzung am 27. Oktober waren zahlreiche Eltern anwesend. Der Neue Sitzungssaal war vollständig besetzt.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Gebühren Haushaltslage Kaufbeuren Kita
today27. Oktober 2026 2