Bei niedrigem Wasserstand ist an der Karlsbastion in Lindau eine Handgranate zum Vorschein gekommen. Spezialisten wurden angefordert, eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Polizeiangaben nicht.
Ein Bericht von Norbert Kolz
Fund bei der Karlsbastion
Ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Montagnachmittag einen größeren Polizeieinsatz auf der Hinteren Insel in Lindau ausgelöst. Ein Passant entdeckte im Bereich der Karlsbastion eine Handgranate und informierte die Polizei. Der Gegenstand war durch den niedrigen Wasserstand freigelegt worden.
Die Einsatzkräfte sperrten den betroffenen Bereich ab und veranlassten, dass Experten des Sprengkommandos aus München hinzugezogen wurden. Der Einsatz dauerte bis in die Abendstunden. Nach Angaben der Polizei bestand für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Kampfmittel tauchen immer wieder auf
Der Fund ist offenbar kein Einzelfall. Wie die Polizei berichtet, werden im Bodensee regelmäßig verdächtige Gegenstände entdeckt. Hinweise kommen unter anderem von Bootsführern und Schwimmern, die entsprechende Objekte im Wasser bemerken.
Häufig handelt es sich dabei um Stabbrandbomben. In der Vergangenheit wurden jedoch auch andere Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs gefunden, darunter Handgranaten, Granaten und Gewehrgranaten.
Im Zweifelsfall Abstand halten
Auch Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges können alte Kampfmittel noch gefährlich sein. Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, sollte ihn deshalb auf keinen Fall anfassen oder bewegen und ausreichend Abstand halten. Anschließend sollte unverzüglich die Polizei verständigt werden.
Hilfreich ist eine möglichst genaue Beschreibung des Fundortes. Ein Foto kann die Einsatzkräfte bei der Einschätzung und beim Auffinden des Gegenstands unterstützen. Über die Aufnahme können unter Umständen auch gespeicherte Standortdaten wichtige Hinweise liefern.
Ob es sich tatsächlich um Munition oder ein anderes gefährliches Objekt handelt, sollten ausschließlich Fachleute beurteilen.
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