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Katja Bräuer, Leiterin des Brustzentrums am Westallgäu-Klinikum Wangen und Leitende Oberärztin der Frauenklinik, hat eine wichtige Zusatzqualifikation erhalten: Sie ist nun zertifizierte Senior-Brustoperateurin. Damit kann sie ihre langjährige Erfahrung in der Behandlung von Brustkrebspatientinnen weiterhin eigenständig einbringen und künftig auch junge Ärzte im Bereich der Brustoperationen ausbilden.

Für die Zertifizierung musste die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe innerhalb von fünf Jahren mindestens 150 Brustoperationen bei bösartigen Erkrankungen durchführen. Diese erfolgten zunächst unter Anleitung eines bereits zertifizierten Senior-Brustoperateurs und später eigenständig.
„Dass ich diese Zusatzqualifikation erhalten habe, ist die Anerkennung und Bestätigung dafür, dass ich diese Operationen regelhaft, zuverlässig und mit besten Ergebnissen absolviert habe“, sagt Bräuer. Für die Klinik bedeute die Zertifizierung Stabilität. Zudem könne sie den Standort weiterhin eigenständig operativ führen und junge Kollegen anleiten. Derzeit absolviert Fachärztin Tatjana Kersten die Weiterbildung zur Mamma-Operateurin und steht kurz vor dem Abschluss.
Die 43-jährige Katja Bräuer stammt aus Zittau in Sachsen und hat in Leipzig Medizin studiert. Seit 18 Jahren arbeitet sie an der Oberschwabenklinik. Nach dem Abschied des langjährigen Chefarztes Dr. Elmar Mauch übernahm sie ab Januar 2026 für einige Monate kommissarisch die Leitung der Frauenklinik. Im Juni übernahm Dr. Tina Cadenbach-Blome, zuvor Chefärztin der Klinik in Tettnang, die Position. Bräuer ist seither wieder als Leitende Oberärztin tätig.
Seit Jahresbeginn leitet sie außerdem das Brustzentrum in Wangen. Dieses betreibt die Oberschwabenklinik seit der Erstzertifizierung im Jahr 2004 gemeinsam mit dem St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg. Bräuer bezeichnet das Brustzentrum neben der Geburtshilfe und dem Beckenbodenzentrum als eines der Aushängeschilder der Frauenklinik. Ziel sei es, die medizinischen und pflegerischen Angebote sowie die ganzheitliche Betreuung der Patientinnen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die Qualität des Brustzentrums wird jährlich durch die Zertifizierungskommission OnkoZert der Deutschen Krebsgesellschaft überprüft und bestätigt. Patientinnen sollen dort nach aktuellen medizinischen Leitlinien behandelt werden. In der Brustkrebstherapie geht die Entwicklung zunehmend in Richtung individuell angepasster Behandlungskonzepte. Operationen und ergänzende Therapien wie Chemotherapie oder Bestrahlung können in vielen Fällen gezielter und zurückhaltender eingesetzt werden, ohne die onkologische Sicherheit zu beeinträchtigen. Auch Fortschritte bei Hormon-, Antikörper- und Immuntherapien sowie zielgerichteten Tumortherapien haben die Behandlungsmöglichkeiten verbessert.
Am Standort Wangen arbeiten dafür verschiedene Fachbereiche eng zusammen. Dazu gehören unter anderem Gynäkologie, plastische Chirurgie, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie, Onkologie und Psychoonkologie. In einem wöchentlichen Tumorboard stimmen die Experten die jeweils bestmögliche Behandlung für jede Patientin ab.
Darüber hinaus bietet das Westallgäu-Klinikum Frauen ab 18 Jahren Mammacare-Kurse an. Dabei lernen sie, ihre Brust selbst abzutasten und Veränderungen besser wahrzunehmen.
Auch der Ärztliche Direktor der Oberschwabenklinik, Prof. Dr. Oliver Rentzsch, begrüßt die neue Qualifikation. Bräuer könne ihre langjährige Erfahrung nun nicht nur in die Behandlung der Patientinnen, sondern auch in die Ausbildung von Assistenzärzten einbringen. Das stärke das Brustzentrum und unterstreiche die kontinuierliche Weiterentwicklung der medizinischen Teams.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu brustoperateurin Klinikum Wangen