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Mehr als 300 Spezialisten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol kommen am Samstag, 24. Oktober, zum 6. Internationalen Allgäuer Bergrettungstag nach Bad Hindelang. Auf dem Programm stehen aktuelle Erkenntnisse aus der Notfallmedizin, neue Rettungstechniken und praktische Workshops für den Einsatz im Gebirge.

Wie lassen sich Menschen in schwierigem Gelände noch besser retten und medizinisch versorgen? Mit dieser Frage beschäftigen sich am kommenden Samstag Fachleute beim Internationalen Allgäuer Bergrettungstag in Bad Hindelang. Das Zentrum für Gebirgsmedizin lädt alle zwei Jahre zu dem Austausch ein. Regelmäßig nehmen 300 bis 400 Spezialisten aus den deutschsprachigen Alpenländern teil.
In diesem Jahr geht es unter anderem darum, wie aktuelle Erkenntnisse aus der Notfallmedizin in der Bergrettung umgesetzt werden können. Weitere Themen sind die Rettung von Tieren, besondere Extremsituationen am Berg und die Bergrettung in Kroatien. Außerdem werden neue technische Entwicklungen vorgestellt, die bislang noch futuristisch erscheinen mögen.
Am Mittag können die Teilnehmer ihr Wissen in praktischen Workshops vertiefen. Dabei geht es um das Arbeiten im Shelter, Erste Hilfe bei Hunden, medizinisches Skilltraining und neue technische Hilfsmittel für die Bergrettung. Den Abschluss bildet ein Vortrag von Simon Messner, dem Sohn des bekannten Extrembergsteigers Reinhold Messner. Unter dem Titel „Traditional Alpinism“ beschäftigt er sich mit traditionellem Alpinismus.
Dr. Herbert Mayer, Mitbegründer des Zentrums für Gebirgsmedizin, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Klinik Immenstadt sowie leitender Arzt der Allgäuer Bergwacht, verweist auf die wachsende Bedeutung der Bergrettung. Der Bergsport boomt, gleichzeitig sei die Zahl der Einsätze in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Auch das öffentliche Interesse an der Arbeit der Rettungskräfte habe durch Dokumentationen und Fernsehserien zugenommen.
An der zentralen interdisziplinären Notaufnahme der Klinik Immenstadt werden jährlich rund 29.000 Notfallpatienten versorgt. Etwa 9.500 davon kommen direkt aus dem Gebirge.
Das Zentrum für Gebirgsmedizin wurde im Mai 2016 an der Klinik Immenstadt gegründet und ist nach Angaben der Verantwortlichen deutschlandweit einzigartig. Aufgrund der Lage am Rand der Allgäuer Hochalpen behandelt die Klinik zahlreiche Patienten mit typischen Bergverletzungen und -erkrankungen. Dazu zählen Knochenbrüche ebenso wie Unterkühlungen, Erfrierungen oder Hitzeschäden.
Gemeinsam mit Rettungsdienst und Bergwacht arbeitet das Zentrum daran, die Versorgungskette vom Unfallort bis zur Klinik zu verbessern. Der Internationale Allgäuer Bergrettungstag bietet dafür eine Plattform, um Erfahrungen auszutauschen und neue Erkenntnisse für die praktische Arbeit im Gebirge mitzunehmen.
Geschrieben von: Leon Dauter
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