Listeners:
Top-Hörer:
AllgäuHIT
play_arrow
AllgäuHIT-Kaffeeklatsch: mit Rebecca Simoneit-Barum vom Zirkus Charles Knie
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
Die Städte Lindenberg sowie die Gemeinden Scheidegg und Heimenkirch haben am Dienstagabend die MVZ Westallgäu eG ins Leben gerufen. Mit der Gründung der gemeinwohlorientierten Genossenschaft soll die Grundlage für den Aufbau eines Medizinischen Versorgungszentrums geschaffen werden, um die ambulante Gesundheitsversorgung in der Region langfristig zu sichern.

Hintergrund sind der zunehmende Fachkräftemangel sowie Herausforderungen bei der Nachbesetzung von Arztpraxen. Ziel der neuen Struktur ist es daher, die hausärztliche Versorgung zu stärken und perspektivisch auch fachärztliche Angebote im Westallgäu auszubauen.
„Die medizinische Versorgung betrifft die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar – wir fühlen uns verantwortlich, auch wenn wir es eigentlich nicht sind“, erklärte Lindenbergs Bürgermeister Stahl, der gemeinsam mit Heimenkirchs Bürgermeister Weh den Vorstand der Genossenschaft bildet. Man wolle nicht abwarten, bis sich die Situation weiter zuspitzt, sondern frühzeitig die Voraussetzungen für eine bessere Versorgungsstruktur schaffen.
Die MVZ Westallgäu eG ist klar gemeinwohlorientiert ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht nicht die Gewinnerzielung, sondern die Sicherstellung einer hochwertigen und wohnortnahen medizinischen Versorgung. Etwaige Überschüsse sollen in den langfristigen Betrieb und die Weiterentwicklung der Angebote reinvestiert werden.
Das Modell der Genossenschaft hat sich bereits in anderen Regionen bewährt. Es ermöglicht Kommunen, Verantwortung für die Gesundheitsversorgung zu übernehmen, ohne unkalkulierbare Haftungsrisiken einzugehen. Gleichzeitig schafft es einen stabilen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Ärzteschaft und weiteren Partnern.
Auch Bürgermeister Weh betonte die Bedeutung des Projekts: Die Herausforderungen im Gesundheitswesen würden zunehmend komplexer, weshalb neue Formen der Zusammenarbeit notwendig seien. Die Genossenschaft verbinde kommunale Verantwortung mit unternehmerischer Flexibilität und biete zudem attraktive Perspektiven für Ärztinnen und Ärzte.
Die operative Entwicklung des Projekts wird durch die Diomedes GmbH begleitet, ein auf kommunale Gesundheitsversorgung spezialisiertes Beratungsunternehmen, das bundesweit ähnliche Vorhaben unterstützt.
Die Genossenschaft steht weiteren Kommunen der Region sowie dem Landkreis offen. Auch Medizinerinnen und Mediziner sollen sich künftig aktiv beteiligen können.
Eine Informationsveranstaltung für interessierte Ärztinnen und Ärzte findet am 24. Juni 2026 um 17:00 Uhr in der Kulturfabrik Lindenberg statt. Dort werden das Konzept, Beteiligungsmöglichkeiten und die nächsten Schritte vorgestellt.
Als nächster Schritt stehen nun das Gründungsgutachten des Bayerischen Genossenschaftsverbands sowie die Eintragung in das Genossenschaftsregister an. Parallel soll entschieden werden, ob das Medizinische Versorgungszentrum neu aufgebaut oder durch die Übernahme bestehender Praxen entwickelt wird.
Mit der Gründung der MVZ Westallgäu eG wollen die beteiligten Kommunen ein deutliches Zeichen setzen: Die medizinische Versorgung im Westallgäu soll langfristig gesichert und aktiv gestaltet werden – im Interesse der Menschen vor Ort.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu ärzteversorgung kommunen MVZ