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Die Medizin Campus Bodensee schließt ihren Standort in Tettnang endgültig: Spätestens zum 31. Mai 2026 wird der Klinikbetrieb eingestellt. Das geht aus einer internen Mitteilung hervor. Grund ist unter anderem ein massiver Vertrauensverlust nach einem schweren Skandal.

Auslöser war der Tod einer Oberärztin im Jahr 2023. Die Medizinerin hatte zuvor Kritik an internen Abläufen und dem Umgang mit Patienten geäußert. Nach ihrer Kündigung nahm sie sich das Leben. In der Folge standen Vorwürfe wie fehlerhafte Behandlungen, Mobbing und mögliche Abrechnungsprobleme im Raum. Die Patientenzahlen brachen ein, die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich deutlich.
Inzwischen ist klar: Für den Standort Tettnang gibt es keine Zukunft mehr als Krankenhaus. Auch im laufenden Insolvenzverfahren fanden sich keine Investoren, die den Betrieb weiterführen wollen. Denkbar ist lediglich eine kleinere, ambulante Nutzung – etwa als OP-Zentrum.
Bereits in den vergangenen Monaten wurde das Angebot stark reduziert. So sind unter anderem die Innere Medizin und die Geburtsstation geschlossen worden. Aktuell arbeiten immer weniger Beschäftigte in der Klinik – laut Geschäftsführung könnte es sogar zu einer vorgezogenen Schließung kommen, falls nicht mehr genug Personal verfügbar ist.
Von dem Aus sind rund 325 Mitarbeiter betroffen. Parallel laufen Gespräche über einen Sozialplan.
Wie es mit dem zweiten großen Standort des Verbunds in Friedrichshafen weitergeht, ist noch offen. Eine Entscheidung über die Zukunft des gesamten Klinikverbunds wird Mitte Mai erwartet.
Geschrieben von: Leon Dauter
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