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Aktuelles

Mobilität, Inklusion und Lebensqualität: Kemptens Zukunft im Fokus der Oberbürgermeisterkandidaten

today10. Februar 2026

Hintergrund
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In einer lebhaften Debatte präsentierten die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters ihre Visionen für Kempten. Die Schwerpunkte lagen auf der Verkehrswende, der Barrierefreiheit sowie der Stadtentwicklung und dem Wohnungsbau. Der amtierende Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU), die SPD-Kandidatin Katharina Schrader, Christian Schoch (Freie Wähler), Franz Josef Natterer-Babych (ÖDP) und Dominik Tartler (Grüne/Zukunft für Kempten/Volt) stellten sich den Fragen in einem mehr als vollen Kornhaus.

Oberbürgermeister-Kandidaten diskutieren im voll besetzten Kornhaus um wichtige Zukunftsthemen der Stadt / Foto: Silas Feil

Neben dem klassischen Talk-Format, gab es zur Einleitung von Themen immer eine Abfrage der Kandidaten, die sie mit einem grünen, nach oben zeigenden Daumen als Zustimmung und einem roten, nach unten zeigenden Daumen, als Ablehnung kurz beantworten durften. Alle Kandidaten stimmten beispielsweise dafür, dass der Hildegardplatz rund um die St. Lorenz- Basilika an Markttaken autofrei sein sollte.

Hier die Themen kurz und bündig zusammengefasst:

​1. Mobilität und Verkehrssicherheit
​Ein zentrales Thema war die Neugestaltung des Verkehrsflusses. Während Einigkeit darüber bestand, dass der Rad- und Fußverkehr gestärkt werden muss, gab es unterschiedliche Nuancen in der Umsetzung:

  • Thomas Kiechle setzt auf das bestehende Mobilitätskonzept und den Ausbau des ÖPNV. Er betonte, dass Mobilitätsarten gemeinsam betrachtet werden müssen – auch Autofahrer dürften nicht ausgegrenzt werden. Konkret nannte er die Salzstraße als wichtige Engstelle für den Radverkehr.
  • Franz Josef Natterer-Babych forderte mehr Sicherheit für Radfahrer auch außerhalb des Stadtzentrums. Sie sprach sich für eine striktere Einhaltung von Geschwindigkeiten aus (ggf. mehr Blitzer) und plädierte für Tempo 50 in der Schumacherstraße.
  • Christian Schoch möchte den Illerradweg durchgängig machen und die Königstraße als Verlängerung der Radstraße verkleinern. Er sprach sich klar gegen die Durchmischung von Rad- und Fußwegen aus.
  • Katharina Schrader fokussiert sich auf die Sicherheit der Schulwege und eine autofreie Altstadt mit einheitlichen Geschwindigkeiten.
  • Dominik Tartler sieht in der Autofreiheit einen Gewinn an Lebensqualität. Er fordert Tempo 30 im Stadtkern und will das „Elterntaxi“-Phänomen durch sicherere Schulwege reduzieren.

​2. Inklusion und Barrierefreiheit
​Das Thema „Kempten für alle“ wurde von allen Kandidaten als hohe Priorität eingestuft.

  • Barrierefreier Wohnraum: Sowohl Kiechle als auch Schoch bezeichneten Barrierefreiheit im Wohnungsbau als „Priorität Nummer Eins“. Schoch sieht hierbei insbesondere den Sozialbau in der Pflicht.
  • Kommunikation: Natterer-Babych und Schrader forderten einen Ausbau der Gebärdensprache (in Schulen bzw. bei Veranstaltungen). Natterer-Babych setzte sich zudem für eine bessere Beschilderung in Blindenschrift in öffentlichen Gebäuden ein.
  • Praktischer Nutzen: Natterer-Babych betonte treffend, dass Barrierefreiheit auch Familien zugutekomme: „Wo ein Rollstuhl hinkommt, passt auch ein Kinderwagen.“ Schrader ergänzte, dass bei Rampen die tatsächliche Nutzbarkeit wichtiger sei als die reine Bürokratie hinter dem Neigungsgrad.

    Der Ansturm war gewaltig. Die Podiumsdiskussion begann rund 20 Minuten später, da deutlich mehr Leute als von den Veranstaltern erwartet, in das Kornhaus in Kempten drängten. / Foto: Silas Feil

​3. Stadtentwicklung und Wohnen
​Wie soll Kempten in Zukunft aussehen? Die Antworten reichten von wirtschaftlichen Aspekten bis hin zum „Dolce Vita“.

  • Wohnraum: Schrader sprach sich gegen Flächenversiegelung und für das Bauen in die Höhe (Nachverdichtung) aus, um Grünflächen in der Stadt zu erhalten. Zudem forderte sie Vorrang für Einheimische vor Ferienwohnungen.
  • ​Innenstadt-Attraktivität: Kiechle sieht die Stadt nicht mehr nur als Ort zum Einkaufen, sondern als Aufenthaltsort mit mehr Kultur und nicht-kommerziellen Plätzen. Natterer-Babych will die Attraktivität durch Events steigern, um Investorensicherheit zu schaffen.
  • Aufenthaltsqualität: Tartler wünscht sich mehr „Dolce Vita“, die Verschönerung der Illerseite und die Nutzung von Leerständen als „Shared Spaces“. Schrader und Tartler betonten zudem die Bedeutung von Spielangeboten für Kinder auf dem Hildegardplatz bzw. in der Innenstadt.

​4. Klima und Energie
​Die ökologische Transformation wurde ebenfalls adressiert:

  • Natterer-Babych forderte eine deutliche Erhöhung der Anzahl von Solaranlagen, Windrädern und Bäumen.
  • Tartler priorisierte das Erreichen der Klimaschutzziele als oberstes Gebot, räumte jedoch ein, dass die Infrastruktur bei Neubauten mitwachsen müsse.
  • Kiechle unterstrich die allgemeine Bedeutung der Nachhaltigkeit für die künftige Stadtpolitik.
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Geschrieben von: Silas Feil

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