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In Liechtenstein ist erstmals ein Wolfsrudel nachgewiesen worden. Die Tiere leben rund 50 Kilometer Luftlinie südlich von Lindau und damit deutlich näher am Bodensee und Allgäu.

Im Berggebiet rund um den Falknis in Liechtenstein hat sich ein neues Wolfsrudel gebildet. Wildhüter Dominik Frick konnte dort sechs Wolfswelpen und die beiden Elterntiere beobachten und fotografieren. Die Tiere halten sich in einer abgelegenen und schwer zugänglichen Bergregion auf.
Dass sich dort ein Rudel bilden könnte, war bereits zuvor vermutet worden. Seit Ende Februar war im Gebiet wiederholt ein Wolfspaar gesichtet worden. Anfang Juli stellte der zuständige Wildhüter bei der Wölfin eine deutlich ausgeprägte Milchleiste fest – ein Hinweis darauf, dass sie Nachwuchs bekommen hatte.
Mit dem neuen Rudel rückt die Wolfspopulation auch in Richtung Bodensee und Allgäu vor. Bereits seit Jahren ziehen vor allem junge männliche Wölfe aus den Schweizer Alpen auf der Suche nach neuen Revieren in Richtung Bodenseeregion und Allgäu. Eine dauerhafte Population hatte sich dort bislang allerdings nicht etabliert.
Das nun bestätigte Rudel in Liechtenstein wird nach dem Falknis benannt und künftig unter diesem Namen in einer internationalen Datenbank geführt. In den Schweizer Alpen gibt es zudem weitere Wolfsgruppen, unter anderem in der Region rund um Chur, Klosters und Davos.
Ob durch die Rudelbildung künftig mehr Nutztierrisse zu erwarten sind, lässt sich laut den Liechtensteiner Behörden nicht pauschal sagen. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen demnach, dass nach der Bildung eines Rudels sowohl mehr als auch weniger Risse auftreten können.
Sollten sich einzelne Wölfe auf Nutztiere spezialisieren, sieht das Liechtensteiner Wolfsmanagement entsprechende Maßnahmen vor. Die Behörden betonen, dass sie bei unerwünschtem Wolfsverhalten handlungsfähig seien.
Für die Region rund um Lindau und das Allgäu bedeutet die Entwicklung vor allem, dass sich die Wolfspopulation in den Alpen weiter ausbreitet und ein dauerhaftes Vorkommen damit geografisch näher rückt.
Geschrieben von: Leon Dauter