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Die Gewerkschaft Verdi wirft der Feneberg-Lebensmittel-GmbH vor, seit 2019 nicht genug für eine Stabilisierung getan zu haben. Laut Pressemitteilung hätten die Mitarbeiter bereits erhebliche Opfer gebracht, etwa Gehaltskürzungen und den Verzicht auf Urlaubsgeld. Verdi fordert den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und ein tragfähiges Konzept zur Unternehmensfestigung.

Die wirtschaftliche Krise bei der Feneberg-Lebensmittel-GmbH spitzt sich zu: Nach dem Antrag auf Schutzschirmverfahren kritisiert die Gewerkschaft Verdi, dass das Unternehmen seit der ersten Schieflage 2019 nicht genug für eine nachhaltige Stabilisierung getan habe.
„Die Mitarbeiter haben bereits viel für die Rettung des Unternehmens geleistet“, sagt Manuela Karn, stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin von Verdi im Allgäu. Bereits 2019 waren Bruttogehälter gekürzt und das Urlaubsgeld gestrichen worden. Anfang 2023 und 2024 wurden die Bezüge laut Geschäftsführung wieder angehoben, um die Lücke zum Tarif auszugleichen. Zudem hatte die Eigentümerfamilie zweistellige Millionenbeträge in die Sanierung investiert und Teile von IT und Logistik an Edeka ausgelagert.
Trotz dieser Maßnahmen sei die wirtschaftliche Lage weiterhin angespannt, so Karn in einer Pressemitteilung: „Weitere Kürzungen können und dürfen nicht die Antwort sein.“ Sie äußert Zweifel, dass das aktuelle Management das Unternehmen aus der Krise führen könne. Feneberg sei seit Jahren ein „Betrieb im Niedriglohnsektor“, Spielräume bei den Einkommen der Beschäftigten gebe es kaum.
Verdi fordert, dass so viele Arbeitsplätze und Filialen wie möglich erhalten bleiben. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen“, betont Karn. Außerdem soll die Geschäftsführung ein Konzept zur Festigung des Unternehmens vorlegen, einschließlich möglicher Investorenbeteiligungen.
Laut Feneberg ist die aktuelle Schieflage auf strukturelle Defizite im Filialnetz, die Insolvenz der eigenen Metzgerei Allgäu Fresh Foods und hohe Pensionsrückstellungen zurückzuführen. Rund 3000 Beschäftigte sind betroffen. Ziel des Schutzschirmverfahrens ist es, durch schlankere Strukturen und effizientere Abläufe in Zentrale und Filialnetz wieder handlungsfähig zu werden.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Feneberg insolvenz Kritik Verdi