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Der geplante Ausbau der Windenergie in touristisch geprägten Regionen könnte spürbare Auswirkungen auf den Tourismus im Allgäu haben. Das legt eine aktuelle, unabhängige Gästebefragung nahe, die Anfang Februar vorgestellt wurde. Demnach würde knapp die Hälfte der Allgäu-Urlauber Regionen mit sichtbaren Windkraftanlagen bewusst meiden.

Laut der Studie des Marktforschungsinstituts EUMARA AG gaben 46 Prozent der befragten Personen an, künftig ein anderes Urlaubsziel zu wählen, wenn in der Region Windkraftanlagen sichtbar wären. Unter den aktuell reisenden Gästen liegt dieser Anteil sogar bei 62 Prozent. Ehemalige Allgäu-Urlauber äußerten sich mit 41 Prozent etwas zurückhaltender, dennoch ebenfalls deutlich.
Grundlage der Untersuchung ist eine Stichprobe von 456 befragten Gästen. Die Studie mit dem Titel „Einfluss von Windkraftanlagen auf den Tourismus im Allgäu“ wurde nach Angaben der Initiatoren nach anerkannten marktforscherischen Standards durchgeführt und unabhängig ausgewertet.
Landschaft und Ruhe als entscheidende Faktoren
Die Ergebnisse zeigen, dass Landschaftsbild, Ruhe und Natur für die Mehrheit der Gäste zentrale Kriterien bei der Wahl ihres Urlaubsziels sind. Sichtbare technische Großanlagen wie industrielle Windkraftanlagen werden von vielen Befragten als Beeinträchtigung dieser Qualitäten wahrgenommen. Laut Studie entsteht dadurch ein konkretes Risiko für Abwanderung und sinkende Nachfrage – insbesondere in landschaftlich sensiblen Erholungsräumen.
Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus
Brisant ist das Thema auch vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage. In vielen Regionen, auch im Allgäu, steigen Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste in verschiedenen Wirtschaftssektoren. Der Tourismus gilt dort nicht als ergänzender, sondern als zentraler Wirtschaftsfaktor – mit großer Bedeutung für Beschäftigung, Wertschöpfung und kommunale Einnahmen.
Ein zusätzlicher Rückgang der Tourismuseinnahmen könnte die wirtschaftliche Stabilität zahlreicher Gemeinden weiter schwächen. Entscheidungen über Standorte von Windkraftanlagen hätten daher unmittelbare ökonomische Folgen, so das Fazit der Studienautoren.
Signal an Politik und Planung
Die Untersuchung macht zudem deutlich: Eine grundsätzliche Zustimmung zur Energiewende bedeutet aus Sicht vieler Gäste nicht automatisch Akzeptanz für Windkraftanlagen an jedem Standort. Besonders in hochwertigen Erholungslandschaften stoßen industrielle Anlagen auf breite Ablehnung – mit messbaren Auswirkungen auf Reiseentscheidungen.
Die Studie soll laut Initiatoren eine empirische Grundlage für politische und raumplanerische Entscheidungen liefern. Wer über Windkraftstandorte entscheidet, beeinflusse nicht nur energiepolitische Ziele, sondern auch die wirtschaftliche Zukunft touristisch geprägter Regionen.
Geschrieben von: Redaktion
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