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Mit dem Ziel, die aktuelle Kriminalitäts- und Sicherheitslage zu beleuchten, fand im April 2026 das jährliche Sicherheitsgespräch zwischen der Stadt Kempten (Allgäu) und dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West statt.

An dem Gespräch bei der Stadt Kempten nahmen neben Oberbürgermeister Thomas Kiechle und Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner auch die Vertreter der Polizeiinspektion Kempten, der Kriminalpolizeiinspektion Kempten, der Verkehrspolizeiinspektion Kempten und der Bundespolizeiinspektion Kempten teil. Seitens der Stadtverwaltung Kempten waren die zuständigen Abteilungs- und Amtsleiterinnen und Leiter der Kommunalverwaltung am Erfahrungsaustausch beteiligt.
Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner stellte zusammen mit den Vertretern der Polizeidienststellen anhand der polizeilichen Kriminalstatistik die aktuelle Sicherheitslage für die Stadt Kempten vor. Im direkten Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der registrierten (bereinigten) Straftaten von 3.643 um 8,1 % auf 3.347 rückläufig. Eine signifikante Reduzierung der Fallzahlen ist insbesondere bei den Betäubungsmittelstraftaten (-25,8 %) und den Eigentumsdelikten (-11,5 %) erkennbar. Eine Zunahme war bei den Beleidigungen (+10,6 %) sowie beim Diebstahl von Kraftwagen (+45,1 %) zu verzeichnen.
Im Bereich des Phänomenbereichs des Callcenterbetrugs reduzierte sich die Gesamtzahl der Fälle um 21, jedoch wurden aus Sicht der Täterschaft acht Betrugsfälle erfolgreich umgesetzt. (2024 sieben Fälle) Der hierbei entstandene Beuteschaden beläuft sich auf 307.989 Euro.
Die Aufklärungsquote für die Stadt Kempten steigerte sich leicht von 69 % im Jahre 2024 auf 70,3 % im aktuellen Berichtsjahr. Dieser Wert ordnet sich knapp unter der Aufklärungsquote von 73,5 % für den Präsidialbereich Schwaben Süd/West, aber noch über der gesamtbayerischen Aufklärungsquote von 66 % ein. Hauptursache für den Rückgang sind die Effekte des Konsumcannabisgesetzes.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte die Polizei die Verkehrsunfallstatistik 2025 für die Stadt Kempten vor. Die Anzahl der Verkehrsunfallzahlen ist im Berichtsjahr von 2.499 Verkehrsunfällen auf 2.455 Verkehrsunfälle gesunken. Dieser Trend setzte sich auch bei der Anzahl der Verletzten fort (-55 Personen, 2024: 494). Wie im Jahr 2024 musste auch im Jahr 2025 ein Verkehrsunfalltoter beklagt werden. Im Bereich der Schwerverletzten im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen gab es keine Veränderung (35 Personen) zu verzeichnen. Als Hauptunfallursachen wurden die Missachtung des Sicherheitsabstandes, die Vorfahrtsverletzung sowie Fehler beim Abbiegen ermittelt. Die Anzahl der (folgenlosen) Drogenfahrten erfuhr eine Steigerungsrate von rund 46 % im Vergleich zum Jahr 2024.
Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner zur Entwicklung in Kempten:
„Die aktuelle Sicherheitslage in Kempten zeigt eine positive Entwicklung. Unsere Maßnahmen im Phänomenbereich Callcenterbetrug belegen, dass Aufklärung, Prävention und Strafverfolgung die gewünschte Wirkung entfalten. Dabei ist die Aufklärungsarbeit nicht allein Aufgabe der Behörden – sie ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Jede Bürgerin und jeder Bürger, jedes Unternehmen und jede Institution ist gefordert, wachsam zu sein, Informationen weiterzugeben und sich aktiv gegen Betrugsversuche zu wehren.
Erfreulich ist auch, dass wir einen Rückgang der Verkehrsunfälle verzeichnen können, was die Wirksamkeit unserer Verkehrssicherheitsinitiativen unterstreicht. Dennoch bleibt die Ahndung von Alkohol‑ und Betäubungsmitteldelikten ein zentrales Anliegen, weshalb wir die Verkehrskontrollen weiter intensivieren wollen. Wir bitten die Bevölkerung, im Straßenverkehr besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu sein – die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer ist eine gemeinsame Verantwortung.“
Ein weiteres wichtiges Thema war die Sicherheit bei Veranstaltungen. Der Austausch der Sicherheitsbehörden ist auch hier sehr konstruktiv.
Nicht zuletzt diese vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden stellt die Grundlage für ein starkes und stabiles Sicherheitsempfinden unserer Bürgerinnen und Bürger dar. Der Dialog, unter anderem in Form eines Sicherheitsgesprächs, wird sowohl von Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner, als auch von Oberbürgermeister Thomas Kiechle als zielführend und wichtig begrüßt. (PP Schwaben Süd/West / Stadt Kempten (Allgäu))
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu Kempten Polizei Sicherheitslage