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In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 120.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand – doch nur etwa 11 Prozent überleben. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Diskussion über die Einführung von Wiederbelebungstrainings an Schulen zunehmend an Bedeutung. Die Johanniter-Jugend im Regionalverband Bayerisch Schwaben betont: Reden allein reicht nicht – Schüler sollten früh lernen, wie man Leben rettet.

„Die Wiederbelebung sollte verpflichtend in den Schulalltag integriert und regelmäßig geübt werden“, sagt Miloš Vasiljević, Fachbereichsleiter der Johanniter-Jugend und des Schulsanitätsdienstes in Bayerisch Schwaben. „Je früher Kinder den Umgang mit Notfällen lernen, desto sicherer können sie später handeln. Und je öfter geübt wird, desto größer ist die Chance, Leben zu retten.“
Aktuelle Studien von 2021 zeigen: Selbst bei Laien-Reanimationen liegt die Überlebensrate bei nur 42,6 Prozent. Würden mehr Menschen sofort handeln, könnten sich die Überlebenschancen verdoppeln oder verdreifachen. Genau hier setzt die Johanniter-Jugend an. Seit über 40 Jahren bilden sie bundesweit Kinder und Jugendliche praxisnah, altersgerecht und engagiert in Erster Hilfe aus.
Ein anschauliches Beispiel lieferte der Johanniter-Projekttag am Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg am 4. Februar 2026. Rund 110 Schüler:innen der sechsten Klassen durchliefen vier praxisorientierte Module:
Reanimation: Herz-Druck-Massage an Übungspuppen, die Reihenfolge „Prüfen – Rufen – Drücken“ und Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED).
Stabile Seitenlage: Sicheres Lagern bewusstloser Personen und Absetzen des Notrufs.
Verletzungen: Grundlagen der Wundversorgung und praktische Übungen mit verschiedenen Verbänden.
Rettungswagenführung: Einblick in die Ausstattung eines RTW, Ausprobieren der Trage und direkte Fragen an Rettungsdienstpersonal.
Alle Stationen wurden von erfahrenen Jugendgruppenleiter:innen und Rettungsdienstpersonal betreut.
„Erste Hilfe beginnt nicht erst mit dem Notruf – sie beginnt mit dem Mut, auf Hilfsbedürftige zuzugehen“, erklärt Vasiljević. „Mit diesem Projekttag vermitteln wir nicht nur lebensrettendes Wissen, sondern fördern auch Teamarbeit, Verantwortung und Zusammenhalt. Kinder lernen früh, dass sie helfen können – und wollen.“
Damit die Überlebenschancen bei Herz-Kreislauf-Stillständen nachhaltig steigen, müssen Reanimationsmaßnahmen flächendeckend und verpflichtend an Schulen eingeführt werden. Ergänzend können Schulsanitätsdienste und Jugendgruppenstunden das Gelernte kontinuierlich vertiefen.
Projekttage wie in Augsburg zeigen, dass Lernen mit Begeisterung funktioniert. Die Kinder erleben, wie praxisnah Erste Hilfe sein kann und trainieren realistische Szenarien, die im Ernstfall Leben retten. „Wir möchten, dass die Schülerinnen und Schüler zu echten Herzensrettern werden – und dass das Schulsystem hierfür einen festen Platz einräumt“, betont Vasiljević.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu Johanniter Schüler wiederbelebung