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Panorama

SonnTalk: IG-Oma fördert Dorfleben und rettet Lebensmittel

today3. Oktober 2021

Hintergrund
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"Gemeinsam Lebensmittel retten" – unter diesem Motto steht die ganze Woche bei AllgäuHIT. Portioniert einkaufen, aus braunen Bananen noch Smoothies machen oder einfach Gemüse einlegen sind einige Möglichkeiten dafür. Auch im SonnTalk widmet sich AllgäuHIT diesem Thema, Wolfgang Lau von der IG Oma war zu Gast. Der Verein setzt sich nicht nur für ein lebendiges Dorfleben ein, sondern auch dafür, dass Lebensmittel gerettet werden. Daraus wurde diese Woche ein ganzes Buffet kreiert.

„Die IG-Oma hat wenig mit Omas und Opas zu tun“, beginnt Wolfgang Lau das Gespräch und lacht. „Es ist die Abkürzung unseres Vereins. Wir sind die InteressensGemeinschaft für dörfliche Entwicklung in Oberdorf und MArtinszell.“
Damit das Dorf lebendig bleibt, hat sich der Verein vor sieben Jahren gegründet. Da sämtliche Wirtschaften aufgehört haben, musste ein neuer Treffpunkt geschaffen werden. Auch die Nahversorgung war im Ort nicht mehr gesichert. „Der Verein fing klein an, inzwischen sind wir über 200 Mitglieder. Wir sind aufgebaut über einen Vorstand und haben einen regelmäßigen Kreis um die 20 Leute, mit dem wir Projekte abstimmen“, erklärt Lau weiter.

Dorfleben lebendig halten

Die ersten Kernthemen standen beim Verein schnell fest. Als Erstes sollten lebendige Treffpunkte geschaffen werden. Die IG-OMA hatte die Möglichkeit das Erdgeschoss des Bahnhofes Martinszell in Oberdorf zu nutzen. Aktuell gibt es zwei Tage in der Woche, die alle im Dorf zum Zusammensitzen einladen. Donnerstagnachmittag und -abend sowie Sonntagnachmittag gibt es Programm, aber auch die Möglichkeit bei Kaffee und Kuchen zu sprechen.
Als Zweites sollte die Nahversorgung garantiert werden. Ein Wochenmarkt wurde jeden Donnerstag geschaffen, zwischen 15 und 18 Uhr kommen Händler und bieten ihre Waren an. „Ein Käsehändler ist dabei, er hat auch Brot. Ein Metzger ist dabei. Der Bruno aus Südtirol bringt sein Gemüse und sein Obst. Das Einzige, was noch fehlt, ist ein regionaler Biohändler.“ Für größere Anschaffungen müssen die Einwohner weiterfahren, nach Waltenhofen Immenstadt oder Kempten.
Kulturveranstaltungen sollten als drittes Kernthema des Vereins aufgegriffen werden. „Seit zwei Jahren haben wir einen Bahnhofsgarten mit einer überdachten Bühne. Da finden regelmäßig Konzerte, Vorträge und auch mal eine Quiz Night statt. Das kommt verdammt gut an. Für eine kommende Veranstaltung haben wir sogar eine Anmeldung aus München.“ Das hat den Verein zwar erstaunt, freut sie aber umso mehr. Das Programm des Dorfes ist also auch ein Anreiz für Menschen von außerhalb. „Das ist toll, aber natürlich sollen die Veranstaltungen möglichst viele Leute aus dem Dorf zusammenbringen.“

Nahversorgung steht immer auf der Agenda

Der Wochenmarkt in Oberdorf ist eine große Hilfe, ein Nahversorger muss aber dennoch kommen. „Dieses Thema beschäftigt uns natürlich genauso wie andere Orte, die keinen Supermarkt um die Ecke haben“, stellt Wolfgang Lau fest. „Seit vielen Jahren haben wir kein direkte Nahversorgung im Dorf. In meiner Kindheit waren es noch vier, fünf Krämerläden. Wir brauchen hier keinen großen Supermarkt, hier leben 2000 Menschen. Aber ein kleiner Laden wäre schon toll.“
Gut funktioniert der Dorfladen in Niedersonthofen, weiß Lau. Der Laden bietet zwar eine kleine Auswahl an, aber die Einwohner finden dort alles, was sie brauchen. „Wir wollten so etwas auch aufbauen, aber personell schaffen wir das nicht als Verein.“ Wolfgang Lau ist auch im Gemeinderat, weshalb er das Thema immer auf der Agenda hat. Eine Lösung ist in Aussicht, denn im nächsten Jahr soll ein Nahversorger mit einer überschaubaren Fläche zwischen Oberdorf und Martinszell kommen. „Da sind wir auch als Verein gefragt, dass der Laden angenommen wird. Eine Idee ist den Senioren die Einkäufe mit einem Lastenfahrrad zu bringen. Wir wollen mit Jugendlichen zusammenarbeiten, die diesen Bringservice übernehmen.“

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IG-OMA nimmt an Aktionswoche teil

Der Verein widmet sich jetzt einem neuen Thema: Foodsharing. „Wir hatten einen Aktionstag am Donnerstag. Die Foodsharer hatten einen Stand, es wurden über 100 Becher Smoothies mit dem Smoothie-Rad vom ZAK erradelt und wir haben gemeinsam mit geretteten Lebensmitteln für 40 Personen gekocht.“
Außerdem wurden Lebensmittel fermentiert. Dafür wurden Tage vorher Gläser gesammelt und Lebensmittel von den Foodsharern nach Oberdorf gebracht. Das Gemüse wurde dazu kleingeschnitten und mit einer Salzlauge versehen. Die Gemüsegläser sind bis zu einem halben Jahr haltbar. „Bei mir liegen die Gläser jetzt im Keller. Für eine Brotzeit werde ich es rausholen. Das ganze Essen war generell kostenlos, weil wir die Lebensmittel auch kostenlos bekommen haben. Unsere Gäste waren sehr glücklich.“

Das Thema „Foodsharing“ wurde das erste Mal in der Öffentlichkeit thematisiert. „Es funktioniert auf dem Land natürlich anders als in der Stadt. Aber auch bei uns werden Lebensmittel weggeworfen. Ein Fairteiler macht bei uns noch keinen Sinn, weil wir keinen Nahversorger haben. Aber sobald der kommt, können wir uns das überlegen“, sagt Wolfgang Lau. Ein Mitglied bei der IG-Oma ist auch Teil des Foodsharing in Sonthofen. „Die Gabi könnte uns mit Lebensmittel versorgen oder ich fahr mal nach Kempten. Das sehen wir noch. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir dann aus geretteten Lebensmitteln wieder was zusammen kochen für alle.“

Weitere Projekte der IG-OMA

Neben der Nahversorgung hat auch die Infrastruktur einen hohen Stellenwert im Verein. Seit zwei Jahren fährt ein Carsharing Auto durch die Region. „Das ist nicht selbstverständlich für ein Dorf, ich nutze es auch selbst und es kommt gut an“, so Lau. „Wir haben auch Mitfahrbänkle positioniert.“ Außerdem will der Verein mehr Menschen zum Fahrradfahren bringen, es fehlt aber noch „was Anständiges zum Unterstellen am Bahnhof“, wie es Wolfgang Lau nennt. „Der Verkehr ist aktuell natürlich sehr autolasten, weil wir das Auto nehmen müssen, um aus dem Dorf zu kommen. Es gibt aktuell im Oberallgäu die Idee eines Ringbusses, darauf schauen wir.“ In Oberdorf gibt es einen Bürgerbus, der einmal die Woche Senioren in den nächsten Ort fährt, damit sie einkaufen können. „Vielleicht aktivieren wir ihn noch für mehr Tage. Es gibt noch einiges zu tun.“

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Geschrieben von: Redaktion

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