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Panorama

Spendenaktion Burgkaffee Kempten: Das sind die Frauen dahinter

today22. August 2021

Hintergrund
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Nach der Hochwasserkatastrophe im Juli hat Burgkaffee Kempten zu einer Spendenaktion für die Opfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aufgerufen. Dominique Erden hat übers Netz private Annahmestellen gesucht, die Allgäuer Spenden verteilen können. Das ist ihr mit Silvana Schmidt aus Rheinbach gelungen. AllgäuHIT hat die Spendenaktion begleitet, jetzt waren die zwei Frauen persönlich zu Gast.

„Es hat ein Ausmaß angenommen, womit ich nicht gerechnet habe. Ich kann sagen, dass ich wirklich froh bin, dass ich es gemacht habe“, beginnt Silvana Schmidt das Gespräch. Die Bauunternehmerin aus Rheinbach wurde nach der Hochwasserkatastrophe eine zentrale Annahmestelle für Spenden aus ganz Deutschland.

Spenden haben sie auch aus dem Allgäu erreicht, denn das Burgkaffee hat ein paar Tage nach dem Hochwasser zu einer Spendenaktion aufgerufen. Nach zwei Stunden musste Dominique Erden mehrere Autos wegschicken, weil nicht mehr Sachen angenommen werden konnten. Die Burgkaffee Rösterei Lager waren sofort voll. „Mir tat es im Herzen weh, aber wir haben mit so einem Andrang nicht gerechnet.“ Mehr als 60 Paletten sind zusammengekommen, die drei LKW in die betroffenen Gebiete in den Südwesten Deutschlands gefahren wurden.

100 Tonnen Sachspenden innerhalb weniger Tage

An der Annahmestelle in Grafschaft, einer Gemeinde im Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz, war Silvana Schmidt zur Stelle. „Innerhalb zwei, drei Tagen haben wir 100 Tonnen Spenden erhalten. Die Lager waren sehr schnell gefüllt.“ Kleidung, Schaufeln, Gummistiefel, Babywindeln, Wasserspenden – Diese Sachen wurden in kleinere Autos gepackt und weiter ins „Krisengebiet“ gefahren, denn LKW konnten in den ersten Tagen nicht ins Ahrtal reinfahren. „Die Sachen wurden von uns verladen. Alle Mitarbeiter im Gewerbegebiet haben mit angepackt. Da es keine Brücken und Straßen gibt, mussten sich die Autos durchquälen und haben fast minütlich die Sachen hingebracht“, fasst Schmidt zusammen.

Die Verteilung übernimmt der Bunte Kreis Rheinland, zu deren Mitglieder Silvana Schmidt zählt. Der Bunte Kreis Rheinland unterstützt Familien in schwierigen Situationen, jetzt sind sie für die Koordination zuständig. Ein Gebäude dient den Menschen als Anlaufstelle, wo sie Wasser, Schaufeln und Schlammpumpen abholen können. „Die Leute sind sehr dankbar. Irgendwer hat mir in die Kiste Inliner gepackt, die habe ich erst mal zur Seite gestellt. Die Kinder haben sich aber draufgestürzt, obwohl es keine Straßen gibt. Sie fanden die Inliner klasse, haben sie geschnappt und sind gefahren – im Modder. Das war der Moment, wo ich wusste, dass ich alles richtig gemacht habe“, sagt Silvana Schmidt und lächelt. Neben der Verteilung der nötigsten Sachen hat ein Unternehmen zum Beispiel fünf Waschmaschinen gespendet, die sofort verteilt werden konnten. Eine Familie mit acht kleinen Kindern hat eine bekommen, andere gingen an weitere Familien und ein Frauenhaus.

Situation vor Ort weiter kritisch: Tausende Menschen sind obdachlos

„Es benötigen noch ganz viele Menschen Hilfe. Tausende von ihnen sind obdachlos. Deshalb bleiben wir weiter dran. Die Lager werden gerade mit Möbeln gefüllt, die für den Aufbau gebraucht werden“, so Schmidt weiter. Der Sommer ist fast vorbei, der Herbst und vor allem der Winter kommen dann mit großen Schritten, wissen die Helfer. „Nach meinem Wissensstand wird es vor Januar kein Gas geben. Deshalb werden jetzt neue Dinge gebraucht, wie Heizstrahler. Weil wir sie kaufen müssen, werden Geldspenden gesammelt. So können wir sie gleich den Familien geben, denn noch warten wir auf die Gelder der Regierung.“

Silvana Schmidt und Dominique Erden wollten auf dem Tussi Trödel Mädleflohmarkt in Wildpoldsried Kleidung verkaufen, die in den Regionen nicht mehr gebraucht wurde. Weil der Markt wetterbedingt abgesagt wurde, konnten keine Erlöse erzielt werden. Deshalb hat der Tussi Trödelmarkt in den Sozialen Netzwerken zur direkten Spende aufgerufen. Das Geld geht direkt an den Bunten Kreis Rheinland.

Sparkasse Köln/Bonn

IBAN: DE08 3705 0198 1900 7893 79

BIC: COLSDE33XXX

Betreff: Fluthilfe / Dominique

Der namentliche Betreff dient dazu die Spenden den Regionen zuzuordnen.

Kontakt ins Allgäu bleibt bestehen

Eine große Hilfe bei der Spendenaktion war der gute Kontakt zu Burgkaffee Kempten. Durch den direkten Kontakt zu Dominique Erden konnten spontan Sachen geordert werden, die dringend benötigt wurden. „Die Situation ändert sich immer und immer wieder. Deshalb war es schön zu sagen: Kleidung brauchen wir nicht mehr, aber Wasser“, so Schmidt. Sie und ihre Familie sind ins Allgäu gekommen, um allen, die geholfen haben, danke zu sagen. „Es ist sehr schön die Menschen auch persönlich kennen zu lernen. Wenn man sich überlegt, vor vier Wochen kannte ich sie noch gar nicht.“ Auch Dominique Erden freut sich über die Bekanntschaft. „Es ist unglaublich schön. Ich habe sie gleich in die Arme geschlossen, obwohl wir uns nie zuvor gesehen haben. Wir bleiben weiter dran. Der Winter kommt und wir schauen einfach, was in der nächsten Zeit vor Ort gebraucht wird.“

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Geschrieben von: Redaktion

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