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Die Stadt Memmingen hat ihren Haushaltsplan für 2026 vorgestellt: Das Volumen liegt bei rund 256 Millionen Euro, davon knapp 50 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer. Investitionen in Höhe von 43,8 Millionen Euro stehen an, gleichzeitig muss die Stadt eine Rekordumlage von rund 23 Millionen Euro an den Bezirk zahlen. Die Schlüsselzuweisungen des Freistaats fallen mit 11,6 Millionen Euro geringer aus als im Vorjahr.

Kämmerer Markus Weiß kommentierte die Zahlen während der Sitzung des Stadtrats mit einem Augenzwinkern: „Auch der Haushalt brennt“, als sein Funkmeldeempfänger mitten in der Sitzung losging. Notwendige Mindestzuführungen vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt werden gerade so erreicht. Insgesamt müssen 14,3 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen werden, der Gesamtstand steigt auf 87,8 Millionen Euro.
Oberbürgermeister Jan Rothenbacher betonte in seiner Rede, dass die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren zahlreiche Konsolidierungsmaßnahmen umgesetzt hat, darunter die Überarbeitung des Aufgabengliederungsplans von 1997, die Einführung eines Prozessregisters und die Planung eines zentralen Gebäudemanagements für städtische Liegenschaften. Auch Workshops mit dem Stadtrat sollen Investitionsentscheidungen transparenter machen.
Besonderes Augenmerk liegt auf den Personalkosten: Jede Wiederbesetzung oder Vertragsverlängerung wird genau geprüft, die Stadt liegt 1,5 Prozentpunkte unter dem bayerischen Durchschnitt. Große Ausgabeposten wie Klinikum, Schwimmwerk, Schulen, Kitas, Heizung und Strom werden konsequent kontrolliert, kleinere Einsparungen bereits umgesetzt.
Rothenbacher betonte die Bedeutung der lokalen Wirtschaft: „Wir arbeiten als Partner der Unternehmen, begleiten Gewerbeansiedlungen und Bauprojekte und sorgen so für einen stabilen Standort.“ Weiß ergänzte: „Während andere Städte sparen, investieren wir weiter – 43,8 Millionen Euro sind für 2026 vorgesehen.“
Trotz aller Bemühungen warnt der Oberbürgermeister vor den gesamtdeutschen Entwicklungen: „Es bleibt unrealistisch, dauerhaft einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, ohne dass sich die Rahmenbedingungen ändern. Unser Appell an Bund und Land bleibt: Wer bestellt, muss auch bezahlen.“
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu Haushalt Memmingen Schulden