Listeners:
Top-Hörer:
AllgäuHIT
play_arrow
AllgäuHIT-Kaffeeklatsch: mit Rebecca Simoneit-Barum vom Zirkus Charles Knie
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
Die Stadt Lindau will den Stadtteil Schachen vor zusätzlichem Durchgangsverkehr schützen und die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Geplant sind dauerhafte Verkehrsmessungen und ein Maßnahmenkonzept. Geprüft werden unter anderem Einschränkungen für Schwerlast- und Wohnmobilverkehr sowie eine mögliche Sperrung für Autos und Lastwagen an der Schachener Straße und Höhenstraße. Sofortige Verkehrsbeschränkungen sind derzeit rechtlich nicht möglich.

Die Stadt Lindau will den Stadtteil Schachen vor zunehmendem Durchgangsverkehr schützen und die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Dafür hat der Hauptausschuss die Verwaltung beauftragt, ein umfassendes Verkehrs- und Maßnahmenkonzept zu erarbeiten. Künftig sollen die Verkehrsmengen außerdem dauerhaft erfasst werden.
Hintergrund sind mehrere geplante Bau- und Verkehrsprojekte in der Region. Dazu zählen die Instandsetzung der Enzisweilerstraße, die geplante Erweiterung der Unterführung in der Wackerstraße sowie ein geplanter Wohnmobilstellplatz und eine Reitanlage in der Nachbargemeinde Wasserburg. Anwohner befürchten dadurch mehr Schwerlast- und Wohnmobilverkehr, höhere Geschwindigkeiten und eine stärkere Lärmbelastung. Besonders betroffen sein könnten die Schachener Straße, die Enzisweilerstraße und die Wackerstraße.
„Die Straßen in Schachen sollen keine Ausweich- oder Durchgangsrouten für zusätzlichen touristischen, Schwerlast- oder Wohnmobilverkehr werden“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons. Gleichzeitig müsse die Stadt ihre Entscheidungen auf eine belastbare Datengrundlage stellen und rechtlich sauber handeln.
Verkehr soll dauerhaft gemessen werden
Dafür plant die Stadt ein dauerhaftes Verkehrszählgerät am Knotenpunkt Enzisweilerstraße und Schachener Straße. Eine KI-basierte Kameralösung soll dort künftig die Verkehrsströme und Abbiegevorgänge erfassen. Im Haushalt 2027 sind dafür rund 20.000 Euro vorgesehen. Die Daten sollen helfen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Durchfahrt für Autos und Lastwagen könnte eingeschränkt werden
Im Rahmen des neuen Konzepts sollen unter anderem Beschränkungen für Schwerlast- und Wohnmobilverkehr sowie bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung geprüft werden. Auch eine sogenannte Netzdurchtrennung an der Schachener Straße und Höhenstraße steht im Raum. Dabei könnten beispielsweise Poller oder Pflanztröge die Durchfahrt für Autos und Lastwagen unterbinden. Fußgänger und Radfahrer könnten die Strecke weiterhin nutzen. Dieser Vorschlag war von Bürgerinnen und Bürgern eingebracht worden und stieß im Hauptausschuss auf Zustimmung.
Sofortige Beschränkungen für Lastwagen oder Wohnmobile sind nach Angaben der Stadt derzeit rechtlich nicht möglich. Dafür müsse unter anderem eine konkrete Gefahrenlage nachgewiesen werden. Die geplanten Verkehrsmessungen sollen dafür eine belastbare Grundlage schaffen.
Enzisweilerstraße soll grüner und sicherer werden
Bei der bereits beschlossenen Instandsetzung der Enzisweilerstraße wird eine Fahrbahn mit 5,50 Metern Breite vorgesehen. Beidseitig sollen Gehwege mit jeweils 1,50 Metern entstehen. Von den 33 bestehenden Baumstandorten könnten voraussichtlich 29 erhalten bleiben. Zudem soll die Grünfläche von derzeit 589 auf rund 622 Quadratmeter wachsen. Verschwenkungen im Straßenverlauf sollen dazu beitragen, die Geschwindigkeit zu reduzieren.
Auch die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger soll verbessert werden. Unter anderem geht es um eine deutlichere Radverkehrsführung an der Wackerstraße sowie um die Verkehrsregelung an der Engstelle Schachener Straße und Schwesternberg. Hier sollen gemeinsam mit Polizei und den zuständigen Stellen Vorfahrt, Beschilderung und Einbahnstraßenregelung überprüft werden. Zusätzlich sind Geschwindigkeitsanzeigen mit Smileys vorgesehen. In der Wackerstraße, der Schachener Straße und der Enzisweilerstraße gab es im Jahr 2026 bislang 28 Messtermine.
Darüber hinaus will Lindau die verschiedenen Bauprojekte zeitlich besser aufeinander abstimmen, um zusätzliche Belastungen während der Arbeiten möglichst gering zu halten. Die Stadt prüft außerdem, ob sie rechtlich gegen den Bebauungsplan „Wohnmobil/Reitsport“ der Gemeinde Wasserburg vorgehen kann. Wasserburg soll zudem eine wirksame Verkehrsleitplanung für die geplanten Nutzungen entwickeln.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Fußgänger Lindau Sicherheit verkehrskonzept