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Politik

Landkreis Lindau stärkt die Gesundheitsversorgung mit zukunftsorientiertem Konzept

today27. Januar 2026

Hintergrund
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Mit einem ganzheitlichen und zukunftsorientierten Konzept stellt der Landkreis Lindau die Weichen für eine langfristig gesicherte Gesundheitsversorgung. Ziel ist es, die ambulanten und stationären Angebote im Westallgäu und am Bodensee so zu verzahnen, dass die Bürgerinnen und Bürger genau die Hilfe erhalten, die sie benötigen – wohnortnah, bedarfsgerecht und verlässlich.

Neben einer verlässlichen stationären Grundversorgung mit einem Integrierten Notfallzentrum (INZ) soll ein hausärztliches Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit einer Anlaufstelle für die Akutversorgung entstehen. So sollen Patienten im Akutfall dort behandelt werden, wo es medizinisch sinnvoll ist: bei schweren Notfällen in der Notaufnahme eines entsprechend spezialisierten Krankenhauses und bei weniger dringlichen Fällen in den neu geschaffenen Strukturen – der KVB-Bereitschaftspraxis des INZ oder der Anlaufstelle für die Akutversorgung des MVZ.

Dadurch werden die Notaufnahmen gezielt entlastet und gleichzeitig die bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung sichergestellt.

Im Rahmen der aktuellen Beratungen zum Haushaltsentwurf 2026 kündigte Landrat Elmar Stegmann an, im ersten Schritt 200.000 Euro für die Etablierung zukunftsfähiger medizinischer Versorgungsstrukturen im oberen Landkreis einzuplanen. „Wir investieren gezielt in die Versorgung unserer Bürger. Medizinische Hilfe muss dann zur Stelle sein, wenn sie gebraucht wird – heute und in Zukunft“, betont der Landrat.

Entlastung durch klare Strukturen

Der Landkreis verfolgt auf Basis eines gemeinsam erarbeiteten Versorgungskonzepts das Ziel, die Akutversorgung im oberen Landkreis zukunftsfähig weiterzuentwickeln. An der Erstellung des Konzepts waren neben regionalen Expertinnen und Experten auch die 2perspectives GmbH sowie die Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau (Bodensee) beteiligt.

Der Schwerpunkt des Konzepts liegt auf zwei zentralen Bausteinen:

  1. Oberer Landkreis (Lindenberg): Aufbau eines hausärztlichen MVZ mit einer Anlaufstelle für die Versorgung von nicht lebensbedrohlichen, akuten Erkrankungen. Diese soll künftig in den Abendstunden sowie an Wochenenden nach dem „Walk-in-Prinzip“ funktionieren und eine erste Anlaufstelle ohne Termin bieten.

  2. Lindau: Prüfung eines Integrierten Notfallzentrums (INZ) an der Asklepios Klinik. Aktuell finden Gespräche zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, dem Landkreis Lindau und der Asklepios Klinik statt, um mögliche Wege zur Integration der KV-Bereitschaftspraxis in die Klinik zu finden.

Durch einen „gemeinsamen Tresen“ von Kassenärztlicher Bereitschaftspraxis und Zentraler Notaufnahme wäre eine schnelle Entscheidungsfindung möglich, ob eine ambulante oder stationäre Behandlung erforderlich ist.

„Ein gemeinsamer Tresen wäre ein echter Gewinn: Patienten würden schneller an der richtigen Stelle ankommen und wir könnten die Notaufnahme auf echte Notfälle konzentrieren“, erklärt Dr. Tobias Gebs, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Lindau.

Stationäre Versorgung: Sicher und leitliniengerecht

Die stationäre Versorgung im Landkreis erfüllt bereits heute die Vorgaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums. So erreichen 95 Prozent der Bevölkerung die Basisnotfallversorgung innerhalb von 30 Minuten. Auch die flächendeckende Geburtshilfe ist sichergestellt; die maximale Fahrzeit von 40 Minuten wird im gesamten Landkreis eingehalten.

Um diese Qualität dauerhaft zu halten, lässt der Landkreis derzeit in einem Gutachten untersuchen, wie die stationären Strukturen an den demografischen Wandel und den medizinischen Fortschritt angepasst werden können.

Trend zur ambulanten Medizin aktiv gestalten

Hintergrund der Neuausrichtung ist ein bundesweiter Wandel: Moderne medizinische Verfahren, schonendere Eingriffe und eine bessere Nachsorge machen es möglich, dass immer mehr Behandlungen ambulant durchgeführt werden. Dieser Trend übertrifft den durch den demografischen Wandel erwarteten Anstieg stationärer Behandlungen.

Ein Gutachten des bayerischen Gesundheitsministeriums zeigt, dass der stationäre Bedarf bis 2035 bayernweit um rund 12 Prozent sinken wird – ein Trend, der sich auch im Landkreis Lindau mit etwa 11 Prozent widerspiegelt.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass ambulante und wohnortnahe Angebote in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen, insbesondere außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten.

„Wir warten nicht ab, sondern gestalten diesen Wandel aktiv mit“, betont Landrat Stegmann. „Die Gesundheitsversorgung im Landkreis ist aktuell gesichert und wird konsequent weiterentwickelt. Durch den Einsatz moderner Technologien, den Aufbau neuer Versorgungsstrukturen und integrierte Konzepte zur Fachkräftegewinnung stellen wir sicher, dass die Menschen auch künftig bestmöglich medizinisch versorgt werden.“

Vertrauen durch Verlässlichkeit

Stegmann betont, dass er die Sorgen und Unsicherheiten der Menschen in Bezug auf die medizinische Versorgung sehr ernst nimmt. Abschließend unterstreicht er die Bedeutung einer sachlichen und transparenten Diskussion:

„Es geht darum, Vertrauen zu schaffen. Die Menschen müssen wissen: Wer Hilfe braucht, bekommt sie. Wir bauen ein Netz, das trägt – wohnortnah und nach modernsten medizinischen Standards.“

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Geschrieben von: Leon Dauter

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