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Rathaus

Kreistag Lindau diskutiert Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung

today28. Juli 2026

Hintergrund
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Wie kann die Krankenhausversorgung im Landkreis Lindau langfristig gesichert und an die veränderten Bedingungen im Gesundheitswesen angepasst werden? Mit dieser Frage hat sich der Kreistag in seiner Sitzung am 23. Juli 2026 beschäftigt. Grundlage der Beratungen war ein erweitertes Gutachten zur Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung.

Foto: Landkreis Lindau/Nadja Krassik

Das Gutachten zeigt verschiedene Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Krankenhausversorgung sowie eine stärkere Verzahnung von ambulanten und stationären Angeboten auf. Landrat Elmar Stegmann betonte, dass eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis weiterhin von großer Bedeutung sei.

Die Untersuchung knüpft an frühere Planungen zur Zusammenarbeit der regionalen Klinikträger an. Nach der Schließung der Rotkreuzklinik Lindenberg wurde das Gutachten erweitert und erneut durch das Beratungsunternehmen 2perspectives fortgeschrieben.

Die Ergebnisse zeigen: Die Grundversorgung im Landkreis ist aktuell zwar sichergestellt, dennoch besteht Handlungsbedarf. Besonders die Asklepios Klinik Lindau steht laut Gutachten vor wirtschaftlichen und baulichen Herausforderungen. Zusätzlich verändern die Krankenhausreform des Bundes und die Einführung sogenannter Leistungsgruppen die Rahmenbedingungen.

Die Gutachter haben fünf verschiedene Zukunftsszenarien untersucht. Als vorteilhafteste Lösung wird weiterhin eine gemeinsame Ein-Standort-Lösung für die Region gesehen. Sollte diese nicht umgesetzt werden können, empfehlen die Experten eine gezielte Weiterentwicklung der bestehenden Klinik mit einem Ausbau medizinischer und ambulanter Angebote sowie langfristig einen möglichen Ersatzneubau.

Besonderen Handlungsbedarf sieht das Gutachten bei der Versorgung von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Aufgrund geringer Fallzahlen könnten Kooperationen zwischen Kliniken und telemedizinische Lösungen die Qualität verbessern. Als wichtiger Baustein wird unter anderem eine gemeinsame Tele-Stroke-Lösung genannt.

Auch weitere Themen wie die Bettenkapazitäten, die wirtschaftliche Situation der Geburtshilfe und die künftige Gestaltung der Notfallversorgung wurden angesprochen.

Entscheidend für die weitere Planung sind die sogenannten Leistungsgruppen, die künftig festlegen, welche medizinischen Leistungen Krankenhäuser anbieten dürfen. Der Landkreis will sich dafür einsetzen, dass der Asklepios Klinik Lindau die beantragten Leistungsgruppen zugewiesen werden, um den Standort langfristig zu sichern.

Wie es weitergeht, soll nun in Gesprächen mit dem Freistaat Bayern, dem Land Baden-Württemberg und dem Landkreis Ravensburg beraten werden. Eine konkrete Standortentscheidung sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgesehen.

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Geschrieben von: Leon Dauter

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