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Der Klinikverbund Allgäu hat einen neuen Aufsichtsrat. Mit Beginn der neuen kommunalen Wahlperiode hat sich das Gremium neu formiert und am 29. Juli 2026 seine Arbeit aufgenommen. Hans-Joachim Weirather wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt.

Zu seinen Stellvertretern wurden der Oberallgäuer Landrat Christian Wilhelm und Kemptens Oberbürgermeister Christian Schoch gewählt. Der neue Aufsichtsrat besteht aus insgesamt 28 stimmberechtigten Mitgliedern. Dazu gehören 18 politische Vertreterinnen und Vertreter der drei Träger, sechs gewählte Experten sowie vier Vertreterinnen und Vertreter der Mitarbeitenden.
Der Klinikverbund steht dabei vor großen Herausforderungen. Die geplante Krankenhausreform soll die Versorgungslandschaft in den kommenden Jahren deutlich verändern. Vorgesehen sind unter anderem neue Leistungsgruppen mit festgelegten Qualitätskriterien, eine veränderte Vorhaltevergütung und eine stärkere sektorenübergreifende Versorgung. Gleichzeitig sorgen steigende Qualitätsanforderungen und Mindestmengen für eine stärkere Spezialisierung medizinischer Leistungen.
Auch finanziell bleibt die Situation angespannt. Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG, war bei der konstituierenden Sitzung zu Gast und stellte aktuelle Planungen der Bundesregierung vor. Demnach könnten der bereits weggefallene Inflationsausgleich und weitere geplante Einsparungen bundesweit zu Erlöseinbußen von rund 8,5 Milliarden Euro bei den Krankenhäusern führen.
Für den Klinikverbund Allgäu bestätigen die Entwicklungen den bereits eingeschlagenen strategischen Kurs. In den vergangenen Jahren wurden medizinische Kompetenzen standortübergreifend gebündelt und die Profile der Kliniken in Oberstdorf, Sonthofen, Immenstadt, Kempten, Ottobeuren und Mindelheim weiterentwickelt.
Diese Schwerpunkte sollen künftig weiter gestärkt und besondere medizinische Angebote innerhalb des Verbunds ausgebaut werden. Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Weirather betont, dass jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden müssten, um auch künftig eine starke und verlässliche Gesundheitsversorgung im Allgäu sicherzustellen.
Der Klinikverbund Allgäu wird zu jeweils einem Drittel von den Landkreisen Oberallgäu und Unterallgäu sowie der Stadt Kempten getragen. Insgesamt arbeiten dort mehr als 4.300 Menschen, die jährlich rund 60.000 stationäre Patientinnen und Patienten versorgen. Zum Verbund gehören außerdem sechs Medizinische Versorgungszentren, ein Pathologie-MVZ, eine Reha-Klinik, eine Privatklinik und mehrere Servicegesellschaften.
Trotz des schwierigen finanziellen Umfelds konnte der gemeinnützige Klinikverbund in den vergangenen Jahren positive Jahresabschlüsse erzielen. Gewinne verbleiben vollständig im Unternehmen.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu aufsichtsrat klinikverbund Zukunft