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Wirtschaft

IHK Schwaben stellt die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 vor

today3. Februar 2026

Hintergrund
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Die Stimmung in der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft hellt sich zum Jahresbeginn 2026 etwas auf. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen haben sich leicht verbessert.

Der IHK-Konjunkturindex steigt im Vergleich zum Herbst 2025 um drei Punkte auf 108 Punkte. „Der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft gelingt zum Jahresbeginn 2026 ein Comeback auf Raten. Die sehr verhaltenen Investitions- und Beschäftigungspläne zeigen allerdings auch, dass wir weiter auf eine echte Wirtschaftswende warten“, stellt Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, fest. Die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die schwache Inlandsnachfrage und die hohen Arbeitskosten. IHK-Präsident Reinhold Braun: „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Ein wirtschaftliches Comeback entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch einen mutigen und zugleich ausgewogenen Masterplan für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

 

Vom 5. bis 16. Januar 2026 hat die IHK Schwaben einen repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zu aktueller Lage, Erwartungen und den größten konjunkturellen Risiken befragt. Insgesamt 950 Unternehmen haben geantwortet, was einer repräsentativen Stichprobe entspricht.

 

Lage bleibt stabil, Erwartungen hellen sich auf

Mit einem Wert von 108 Punkten liegt der aktuelle IHK-Konjunkturindex zwar deutlich über der „Wachstumsschwelle“ von 100 Punkten, jedoch weiterhin unter seinem zehnjährigen Mittel von 113 Punkten. Während die aktuelle Lage weitestgehend unverändert eingeschätzt wird, haben sich die Erwartungen etwas verbessert. 21 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation, 17 Prozent eine Verschlechterung. Lucassen: „Der Aufwärtstrend des IHK-Konjunkturindex ist ein weiterer Vertrauensvorschuss der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik. Die Unternehmen hoffen auf ein erfolgreiches Comeback. Die dafür notwendige echte Wirtschaftswende steht allerdings noch aus.“

 

Baugewerbe sowie Sicherheits- und Verteidigungsindustrie hoffen auf zusätzliche Aufträge durch die Sondervermögen

Die branchenspezifischen Konjunkturindizes und damit die Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage und der Erwartungen nähern sich an. Dennoch sind Unterschiede zwischen den Branchen zu beobachten. An der Spitze stehen weiterhin die Dienstleistungen für Unternehmen mit einem Konjunkturindex von 116 Punkten, während der Einzelhandel mit 96 Punkten als einzige Branche unterhalb der neutralen Marke von 100 Punkten bleibt. Deutlich verbessert zeigt sich das Baugewerbe mit 112 Punkten, gefolgt vom Transportgewerbe mit 109 sowie dem Reise- und Gastgewerbe mit 103 Punkten. „Erfreulich ist, dass der für Bayerisch-Schwaben so wichtigen Industrie mit 102 Punkten ebenfalls der Schritt in die Wachstumszone gelungen ist. Treiber dieser Entwicklung ist unter anderem die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, die für immer mehr Unternehmen von Interesse ist“, so Lucassen.

 

Bürokratie, Kaufzurückhaltung und Arbeitskosten – Risiken nehmen weiter zu

Die wirtschaftlichen Risiken bleiben ungelöst. Die größten Risiken sind quer über alle Branchen hinweg die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (65 Prozent), die Inlandsnachfrage (63 Prozent) sowie die Arbeitskosten (60 Prozent). „Alle drei Top-Risiken haben seit der letzten Umfrage zugelegt, die Arbeitskosten haben sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Dagegen haben die Energie- und Rohstoffpreise sowie der Arbeits- und Fachkräftemangel etwas an Bedeutung verloren“, erläutert Lucassen.

 

Strukturelle Krise hinterlässt Spuren bei Beschäftigungs- und Investitionsplänen

Die Strukturkrise des Wirtschaftsstandortes Deutschland zeigt sich besonders ausgeprägt in den Beschäftigungsabsichten und Investitionsplänen der regionalen Wirtschaft. Seit über zwei Jahren planen mehr Unternehmen Stellen ab- als aufzubauen. Diesem Negativtrend stehen steigende Beschäftigtenzahlen im öffentlichen Sektor entgegen, ebenso wie der demografische Wandel und die Verrentung der Babyboomer-Generation. Die inländischen Investitionsabsichten bleiben ebenfalls negativ. Weiterhin planen mehr Unternehmen, im Ausland statt im Inland zu investieren.

 

Heimische Wirtschaft setzt auf Europa

Europa und dabei besonders die Eurozone gewinnen für immer mehr Unternehmen Bayerisch-Schwabens an Attraktivität. Während sich die Zollpolitik der Trump-Administration und die Handelspolitik Chinas zunehmend hemmend auf diese weiterhin sehr wichtigen Märkte auswirken, wenden sich die bayerisch-schwäbischen Unternehmen sowohl im Export als auch mit ihren Investitionen den europäischen Nachbarn mit verlässlicheren Handelsregeln zu. Lucassen: „Sowohl die Eurozone als auch das sonstige Europa gewinnen spürbar an Attraktivität. So planen drei Viertel aller im Ausland aktiven Unternehmen, in der Eurozone zu investieren – Tendenz stark steigend. Die restliche Welt verliert dagegen an Boden, in China wollen sogar deutlich weniger Unternehmen investieren als bisher.“

 

Zeit für ein Comeback: Masterplan für eine echte Wirtschaftswende

„Die vordringlichste Aufgabe der Politik bleibt es, wettbewerbsfähige und damit wachstumsfördernde Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft zu gewährleisten. Dazu gehört ein Steuersystem, das Erträge auf international wettbewerbsfähigem Niveau besteuert, sowie ein Erbschaftsteuerrecht, das Unternehmensnachfolgen fördert und Betriebsvermögen für Investitionen und Arbeitsplätze schont. Darüber hinaus muss das Arbeitsvolumen in Deutschland steigen, beispielsweise indem Vollzeit nicht nur zeitlich möglich, sondern auch steuerlich attraktiv ist“, so Braun mit Blick auf die jeweils von SPD und Union angestoßenen Diskussionen. Der IHK-Präsident: „Wir brauchen eine mutige Wirtschaftswende ohne parteipolitisches Klienteldenken, die von der gesamten Gesellschaft einen ausgewogenen Beitrag erwartet. Wir sollten uns nicht mit einem schuldenfinanzierten Mini-Wachstum zufriedengeben, sondern als Wirtschaftsstandort insgesamt wachsen, damit unsere mittelständischen Unternehmen übergeben werden können, der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt dynamisch bleibt und unsere sozialen Sicherungssysteme stabil sind. Das alles gehört in einen Masterplan für Deutschland, der es uns ermöglicht, die Chancen in Europa sowie in neuen Märkten wie Indien oder Südamerika zu ergreifen. Wir brauchen ein Comeback.“

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Geschrieben von: Leon Dauter

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