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Rund 300 Gäste haben im MODEON in Marktoberdorf das Doppeljubiläum des Hospizvereins Kaufbeuren/Ostallgäu und der SAPV Kaufbeuren-Ostallgäu gefeiert. Der Hospizverein besteht seit 30 Jahren, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist seit zehn Jahren in der Region tätig. Der Festabend verband den Rückblick auf die Entwicklung der Hospiz- und Palliativarbeit mit einem Ausblick auf die kommenden Jahre.

Im Mittelpunkt standen die Menschen, die die Arbeit seit Jahrzehnten tragen. Andreas Grieser, Zweiter Bürgermeister der Stadt Marktoberdorf, würdigte dabei insbesondere die zahlreichen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter. Auch der stellvertretende Landrat Dr. Alois Kling erinnerte an die Anfänge Mitte der 1990er-Jahre. Am 25. September 1996 wurde der Hospizverein gegründet, 2016 nahm die SAPV Kaufbeuren-Ostallgäu ihre Arbeit auf. Aus den damaligen Initiativen sei im Laufe der Jahre ein tragfähiges Netzwerk für schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen entstanden.
Welche Bedeutung die beiden Einrichtungen inzwischen für die Region haben, verdeutlichte Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse. Dem Hospizverein gehören mittlerweile knapp 500 Mitglieder an, rund 110 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter sind im Einsatz. Durchschnittlich werden etwa 150 Menschen pro Jahr durch den Verein begleitet. Die SAPV versorgt inzwischen rund 350 Patientinnen und Patienten jährlich.
Auch persönliche Erfahrungen spielten beim Festabend eine Rolle. Bosse berichtete von der Begleitung seiner Eltern auf ihrem letzten Lebensweg und betonte, wie wichtig Unterstützung und menschliche Nähe in dieser Lebensphase sein können. Gleichzeitig hob er die unkomplizierte Erreichbarkeit des Hospizvereins hervor: Angehörige und Pflegeeinrichtungen können sich telefonisch an den Verein wenden, eine Verordnung ist nicht erforderlich und es entstehen keine Kosten. Die telefonische Erreichbarkeit am Wochenende sei dabei besonders wichtig, da der Tod keine Rücksicht auf Wochentage oder Uhrzeiten nehme.
Im Gespräch mit Moderator Thorsten Friedrich blickten der Vorsitzende des Hospizvereins, Michael Feistl, und SAPV-Geschäftsführerin Dr. Theresa Schuster auf die vergangenen Jahre und die Herausforderungen der Zukunft. Dabei wurde deutlich, dass sich gesellschaftliche Strukturen verändert haben. Immer mehr Menschen leben allein oder ihre Familien wohnen weiter entfernt, sodass eine verlässliche Begleitung am Lebensende zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ein Ziel für die Zukunft sei deshalb, Betroffene möglichst frühzeitig zu erreichen und ihnen sowie ihren Angehörigen mehr Zeit für Gespräche und Unterstützung zu geben.
Für Unterhaltung sorgte der aus Kaufbeuren stammende Kabarettist und Imitator Wolfgang Krebs, der unter anderem als Markus Söder, Hubert Aiwanger und Edmund Stoiber auftrat. Krebs verzichtete auf eine Gage und unterstützte damit die Arbeit von Hospizverein und SAPV. In seinem Auftritt verband er humorvolle Momente mit nachdenklichen Gedanken über schwere Erkrankungen, Angehörige und die Bedeutung menschlicher Nähe.
Musikalisch begleitet wurde der Festabend von den Vivid Curls. Die Musikerinnen sorgten mit ihren zweistimmigen Liedern für einen stimmungsvollen Rahmen zwischen Nachdenklichkeit, Zuversicht und Lebensfreude.
Eine besondere Überraschung gab es für den Vorstand des Hospizvereins. Die Mitarbeiterinnen hatten ein eigenes Video produziert und darin ihre Wertschätzung für die gemeinsame Arbeit und das Miteinander im Verein zum Ausdruck gebracht. Anschließend überreichten sie den Vorstandsmitgliedern Sonnenblumen und persönliche Worte des Dankes.
Zum Abschluss richtete Michael Feistl den Blick auf die vergangenen drei Jahrzehnte und dankte den zahlreichen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden, Mitgliedern, Förderern sowie Kooperations- und Netzwerkpartnern. Auch künftig soll der Hospizgedanke in Kaufbeuren und im Landkreis Ostallgäu weitergetragen werden. Menschen sollen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung und im Kreis ihrer Angehörigen bleiben können.
Nach dem offiziellen Programm nutzten die Gäste im Foyer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Bei Imbiss und Getränken klang der Jubiläumsabend aus und bot damit genau das, was Hospizverein und SAPV mit der Feier verbinden wollten: gemeinsam zurückblicken, Danke sagen und miteinander ins Gespräch kommen.
Geschrieben von: Leon Dauter