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Heute wurde ein 26-jähriger Mann vom Landgericht Kempten wegen Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt. Er hatte im Juli 2025 einen 29-Jährigen in einer Arbeiterunterkunft in Füssen so lange gewürgt, bis dieser bewusstlos wurde und vier Tage später starb.

Heute hat das Landgericht Kempten einen 26-jährigen Mann wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte am 27. Juli 2025 einen 29-jährigen Mann in einer Arbeiterunterkunft in Füssen so lange würgte und auf dessen Brustkorb drückte, bis dieser bewusstlos wurde und vier Tage später an den Folgen der Verletzungen starb. Zuvor hatte der Angeklagte das Opfer mit einem Messer verletzt.
Die Tat sei aus einer Auseinandersetzung entstanden, nachdem sich der Angeklagte unberechtigt Zutritt zum Zimmer des Opfers verschafft hatte, um sich dort umzuziehen. Laut Allgäuer Zeitung erklärte der Angeklagte vor Gericht, er habe sich „in Todesangst“ verteidigt und sei vom späteren Opfer angegriffen worden. Das Gericht wies diese Darstellung jedoch als „Schutzbehauptung“ zurück. Staatsanwältin Kathrin Stimmelmayr bezeichnete den Getöteten als „reines Zufallsopfer“; die beiden Männer kannten sich zuvor nicht.
Die Verteidigung hatte beantragt, die Tat als fahrlässige Tötung im Rahmen eines Notwehrexzesses zu werten. Die Staatsanwaltschaft forderte 14 Jahre und sechs Monate. Das Gericht berücksichtigte mildernd, dass der Angeklagte seit seiner Verhaftung in Untersuchungshaft sitzt und vorher in Deutschland nicht straffällig wurde. Ein Sachverständiger sah zum Tatzeitpunkt keine Hinweise auf eine erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit.
Der 26-Jährige verfolgte den Urteilsspruch regungslos. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Füssen gericht Urteil würgen