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Arbeit, Alltag, Einkaufen, vielleicht noch die Kinder von A nach B bringen und dann wartet auch noch der Haushalt. Da bleibt für einen selbst oft kaum Zeit. Und wenn man dann auch noch beruflich viel sitzt, machen sich irgendwann die ersten Beschwerden bemerkbar, zum Beispiel Rückenschmerzen. Ganz klar: Oft fehlt einfach die Bewegung. Doch selbst wenn man etwas für die eigene Gesundheit tun möchte, weiß man vielleicht gar nicht, welche Angebote es direkt vor Ort gibt.
Unter anderem bei solchen Alltagssituationen setzt jetzt ein neues Projekt bei uns in der Region an: die „Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee“. Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter sollen dabei helfen, bestehende Strukturen in den Gemeinden zu nutzen, Menschen zu erreichen, die bisher keine entsprechenden Angebote wahrnehmen, und zu schauen, wo noch etwas fehlt. Wir haben mit Markus Weber, Leiter der Gesundheitsregion Kempten-Oberallgäu, über das Projekt gesprochen. Hier gibt es das Gespräch aus dem Radioprogramm zum Nachlesen:

Herr Weber, um was geht es denn bei der „Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee“ genau?
„Uns geht es darum, Gesundheit und Prävention strukturell in der Gemeinde zu verankern. Wir haben schon immer gemerkt: Wenn man da keine Schlüsselperson dazu hat, dann wird das schwierig.“
Und genau da kommen ja die Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter ins Spiel. Aber was genau ist denn ihre Aufgabe?
„Der erste Schritt ist, dass die erst mal in der Gemeinde schauen, welche Unterstützer es da gibt. Da gibt es ja immer Senioren-, Jugend- und Familienbeauftragte. Weil die Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter natürlich nicht alleine alles wuppen können und das auch nicht sollen, das ist immer noch ein Ehrenamt, sondern wir brauchen ein gutes Netzwerk. Und was mir ganz wichtig ist zu betonen: Wir wollen natürlich kein Konkurrenzangebot zu bestehenden Angeboten wie Vereinen oder der VHS schaffen, sondern wir wollen die Zielgruppen, die Bürger erreichen, die bisher nichts gemacht haben. Sei es Bewegung, sei es gesunde Ernährung, sei es mentale Gesundheit oder auch Suchtprävention, Digitalsucht bei Kindern. Und wir wollen in den Gemeinden schauen, wo noch was fehlt, keine Parallelstrukturen aufbauen. Und genau da können wir an die sogenannten vulnerablen Zielgruppen ran.“
Wie kann man selbst Gesundheitsbotschafter oder Gesundheitsbotschafterin werden? Muss man sich dafür bewerben und welche Voraussetzungen gibt es?
„Fangen wir mal an mit der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister. Das sind die Schlüsselpersonen. Wenn die sagen: Ja, das wollen wir für unsere Gemeinde, dann können wir entweder auf die Suche gehen oder die Bürgermeister haben vielleicht schon jemanden im Auge. Letztendlich geht es darum, dass das keine Fachperson sein muss, sondern ein guter Netzwerker.“
Die Planungen für das Projekt laufen ja schon eine Weile. Gibt es denn mittlerweile schon die ersten Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter bei uns im Allgäu?
„Wir haben eine superbunte Gesellschaft. Also fünf Gesundheitsbotschafter haben wir und die Stadt Kempten legt jetzt los, da sind zwei schon gesetzt. Und es geht vom 18-Jährigen in Obermaiselstein bis zu jemandem so im mittleren Alter und von fachfremd, als Bankkauffrau zum Beispiel, bis zu jemandem, der eine sportwissenschaftliche Ausbildung hat, was aber nicht zwingend notwendig ist für uns, das möchte ich nochmal betonen.“
Eine richtig coole Sache, um die Menschen ein bisschen mehr zur Bewegung zu motivieren! Aber wie seid ihr überhaupt auf die Idee für dieses Projekt gekommen?
„Ja, es ist nichts Neues. Die Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionen tauschen sich immer aus, die Idee kommt aus Cham. Und ich war wirklich völlig angefixt, muss ich sagen, wo die das erzählt hat. Da habe ich mir gedacht: Das ist was Cooles fürs Allgäu, das müssen wir auf jeden Fall auf die Beine stellen. Und über die AOK läuft dieser Fördertopf, da konnte man jetzt wirklich eine kräftige Summe abrufen.“
Die „Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee“ soll also dabei helfen, mehr Bewegung und Gesundheit ganz einfach in unseren Alltag zu bringen, und zwar mit Unterstützung von Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschaftern. Eine richtig gute Sache! Natürlich bleiben wir für Euch dran und begleiten das Projekt hier bei AllgäuHIT weiter.
Geschrieben von: Redaktion
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