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Aktuelles

Brot vom Vortag: Bäckerei Münzel in Marktoberdorf testet neues Konzept

today6. Februar 2026

Hintergrund
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Waren vom Vortag günstiger verkaufen und so Lebensmittel retten: Die Bäckerei und Konditorei Münzel in Marktoberdorf testet ein neues Konzept. Im Gespräch mit AllgäuHIT erklärte Geschäftsführer Christian Münzel, wie die Idee entstanden ist und wie das Angebot angenommen wird.
Symbolbild, Pixabay/romanov

Es gibt jetzt schon länger ein paar Plakate vor der Marktoberdorfer Bäckerei, dass dort Waren von gestern verkauft werden. Wie funktioniert das genau? Was kann man sich darunter vorstellen?

„Also es ist so, dass wir natürlich jeden Tag einen Teil der Backwaren übrig haben, vieles geht auch an karitative Einrichtungen, aber ein Teil bleibt eben auch übrig. Und die Produkte, die man bedenkenlos auch noch einen zweiten Tag essen kann – was ja bei einem guten Handwerksbäcker so ist, dass man sie am zweiten Tag auch noch genießen kann -, werden dann in einem gewissen Umkreis eingesammelt und nach Marktoberdorf gebracht und dort vergünstigt angeboten.“

Von was für Waren sprechen wir denn da? Also was bietet sich an, das man sozusagen am nächsten Tag noch weiterverkaufen kann?

„Also grundsätzlich sage ich mal: Brot, Semmeln, auch süße Teile – vom Schokocroissant bis zur Nussschnecke. Auch überbackene Snacks mit Käse, da kann auch mal so ein Schinkenspitz dabei sein. Leicht verderbliche Sachen wie Sahnetorten und Sandwiches natürlich nicht, das geht aus hygienischen Gründen nicht. Aber alles, was, sage ich mal, Trockenware ist, kann man am zweiten Tag noch gut genießen. Wir sind zum Beispiel auch bekannt für unsere reichlich gefüllten Schokocroissants, die sind am zweiten Tag noch genauso reichlich und saftig gefüllt.“

Und gibt es denn auch schon erstes Feedback von den Kunden? Wie wird das angenommen?

„Es ist stark unterschiedlich. Also ich habe ganz viel Resonanz bekommen, schon Zuschriften per E-Mail oder über soziale Medien, dass viele das sehr klasse finden, was wir da tun. Manche Kunden reagieren natürlich auch anders und sagen: „Oh Gott, was macht ihr denn da?“ Aber grundsätzlich sind wir auf die Idee gekommen, zum einen durch einen Tipp von einem Kollegen, der das schon länger praktiziert. Also aus Großstädten ist dieses Verfahren auch bekannt, aber hier im Allgäu macht es, glaube ich, sonst noch keiner. Und seit Längerem bieten wir jetzt auch diese Too Good To Go-Rettertüten an, was ebenfalls eine wahnsinnig hohe Resonanz hat. Das hat uns dazu bewegt, das zu tun. Wir bekommen da wirklich gute Rückmeldungen und auch äußerst gute Bewertungen, zum Beispiel bei diesen Rettertüten, weil unsere Produkte eben offensichtlich eine sehr gute Qualität haben.“

Erhoffen Sie sich durch die Aktion vielleicht auch, dass andere Kollegen im Allgäu noch mit einsteigen? Es ist ja doch immer ein großes Thema mit den ganzen Lebensmitteln, die nicht nur bei Bäckern, sondern auch bei Einkaufszentren und ähnlichen Betrieben immer wieder weggeschmissen werden.

„Also was die Kollegen machen, das bleibt denen überlassen. Wir vertreiben dort natürlich nur unsere eigenen Backwaren, und es steckt auch keine große Gewinnerzielungsabsicht dahinter, sondern wirklich der Rettergedanke steht im Vordergrund. Zumal sich dort einfach die Parksituation und die Umgebung verändert haben, und da müssen wir neue Konzepte auffahren. Ob die Kollegen das machen oder nicht machen, das obliegt ihnen. Wir starten jetzt hier einfach mal einen Test im Gebiet Süd, sage ich mal. Und wenn das gut läuft, dann werden wir vielleicht noch einen zweiten Laden eröffnen.“

Also dann ist sozusagen die Testphase auf unbegrenzt angesetzt und, wenn das Konzept gut läuft, auch langfristig in der Filiale vorgesehen?

„Ja, also wir brauchen mit Sicherheit einen langen Anlauf, auch bis die Leute das mitbekommen. Natürlich haben wir die Werbetrommel gerührt, auch die ersten Zeitungsartikel und Social-Media-Posts sind da relativ flott entstanden. Es haben sich mehrere Zeitungen gemeldet, weil das Interesse an dieser ganzen Thematik wirklich sehr groß ist. Es landet in der Tat weniger im Müll, als man glaubt, weil wir Bäcker das wirklich gut weitergeben, wiederverwerten oder ja auch durch solche Aktionen an den Mann bringen können. Aber dennoch: Es ist wirklich eine tolle Sache, bei der wir jetzt einfach unsere Erfahrungen sammeln.“

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Geschrieben von: Stefanie Eller

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