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Im Arbeitsagenturbezirk Kempten-Memmingen ist die Zahl der Arbeitslosen im September leicht auf 12.988 gesunken, die Quote bleibt bei 3,2 Prozent. Gleichzeitig gibt es weiterhin über 7.000 freie Stellen. Während das Verarbeitende Gewerbe Stellen verliert, entstehen unter anderem im Gesundheitswesen, Bau sowie Verkehr und Logistik neue Arbeitsplätze.

Der Arbeitsmarkt im Raum Kempten-Memmingen zeigt sich im September leicht verbessert, der übliche Herbstaufschwung fällt allerdings bislang zurückhaltend aus. Insgesamt waren 12.988 Menschen arbeitslos gemeldet – 138 weniger als im August. Die Arbeitslosenquote bleibt dadurch unverändert bei 3,2 Prozent. Im Vergleich zum September 2025 sind allerdings 321 Menschen mehr arbeitslos.
„Die Herbstbelebung setzte im September nur sehr verhalten ein“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. Im vergangenen Jahr habe sich der Aufschwung erst im Oktober deutlicher gezeigt. Gleichzeitig sieht Amtmann positive Signale bei der Beschäftigung und den offenen Stellen.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist leicht gestiegen. Zum Stichtag 31. März 2026 waren im Bezirk 293.314 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 571 beziehungsweise 0,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Allerdings entwickelt sich die Beschäftigung in den einzelnen Branchen unterschiedlich. Besonders deutlich gingen im Verarbeitenden Gewerbe Stellen verloren: Hier waren 1.902 Beschäftigte weniger registriert. Zuwächse gab es dagegen unter anderem in Verkehr und Lagerei, im Gesundheits- und Sozialwesen, in der öffentlichen Verwaltung und im Baugewerbe.
Auch die Zahl der offenen Stellen bleibt vergleichsweise hoch. Im September wurden zwar mit 1.198 neuen Stellen 380 weniger gemeldet als im August, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es jedoch 44 mehr. Insgesamt waren 7.032 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur – 595 mehr als vor einem Jahr.
Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit ist vor allem saisonbedingt. Nach dem Ende der Ferien konnten insbesondere junge Menschen unter 25 Jahren eine Arbeit aufnehmen oder eine Ausbildung beginnen.
Im September meldeten sich insgesamt 3.744 Menschen arbeitslos, 1.721 davon direkt aus einer Beschäftigung. Gleichzeitig beendeten 3.882 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. 1.454 von ihnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unterbeschäftigung lag im September bei 15.421 Menschen. Das sind 251 weniger als im August, aber 341 mehr als im September 2025.
Bei den Arbeitslosenquoten gibt es deutliche regionale Unterschiede. Kaufbeuren weist mit 5 Prozent die höchste Quote im Agenturbezirk auf. In Kempten liegt sie bei 4,3 Prozent, in Memmingen bei 3,9 Prozent. Die Kreise Lindau und Oberallgäu kommen jeweils auf 3 Prozent, das Ostallgäu auf 2,8 Prozent. Die niedrigste Quote hat das Unterallgäu mit 2,6 Prozent.
Im Vergleich zum August ist die Arbeitslosenquote in Kempten und Memmingen sowie im Landkreis Lindau zurückgegangen. In Kaufbeuren, dem Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu blieb sie unverändert.
Die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr fällt ebenfalls unterschiedlich aus: Während Kaufbeuren einen leichten Rückgang verzeichnet, stieg die Quote unter anderem in Kempten, Memmingen, Oberallgäu und Unterallgäu.
Die Agentur für Arbeit erwartet, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober etwas stärker fortsetzen könnte. Ob die Herbstbelebung tatsächlich deutlicher ausfällt, bleibt allerdings abzuwarten.
Trotz der verhaltenen Entwicklung zeigt die weiterhin hohe Zahl an offenen Stellen, dass Unternehmen in der Region nach wie vor Arbeitskräfte suchen. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen und die Beschäftigung verschiebt sich zwischen den einzelnen Branchen.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Arbeitlosenquote Arbeitsmarkt Herbstbelebung
today30. September 2026 1