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Panorama

AllgäuHIT SonnTalk: Tafeln in Lindau und Lindenberg

today6. März 2023

Hintergrund
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Ein Bericht von Norbert Kolz

Corona und der Ukrainekrieg haben den Tafeln in Deutschland Grenzen aufgezeigt. Reduzierte Tage und Stunden, sowie ein Stopp der Neuaufnahmen zeigten das Ausmaß der Belastung. Ungeachtet dieser Krisensituationen verzeichnen die Tafeln in Deutschland seit Jahren schon eine stetige Zunahme der sozial Bedürftigen, die mit den monatlich zur Verfügung stehenden Mitteln nicht mehr auskommen.

In unserer SonnTalk-Sendung war zu diesem Thema Harald Thomas zu Gast. Er ist als Leiter der Caritas im Landkreis Lindau auch für die Tafel am Bodensee und im Allgäu zuständig.

Lidl, Aldi, Edeka, Rewe, Netto, Penny, Norma und Feneberg unterstützen

Bundesweit gab es im letzten Jahr mehr als zwei Millionen Menschen, die die Tafel in Deutschland aufgesucht haben. „Die Zahl ist Ausdruck eines Armutszeugnisses der Politik“, so Tafelchef Harald Thomas. Unzählige Ehrenamtliche sind fast täglich in den kleinen und großen Anlaufstellen vor Ort im Einsatz. Die Hilfsorganisation ist gemeinnützig und verteilt an Bedürftige kostenlos oder gegen geringes Entgelt Lebensmittel des täglichen Bedarfs.

Spenden erhalten die Tafeln von ortsansässigen Bäckereien und Discountern. Zu Letzteren gehören Lidl, Aldi, Edeka, Rewe, Netto und Penny. Norma und die Feneberg-Kaufmärkte beteiligen sich indirekt durch sogenannte Foodboxen, die vor den Filialen aufgestellt werden dürfen. Diese Hilfsangebote gehen aber immer mehr zurück, denn die Lebensmittelhändler und Discounter wirtschaften zunehmend verstärkt und gezielt in Richtung knapp kalkulierter und überwachter Nachfrage, sodass am Ende es immer weniger Überschuss gibt, was dann letztlich auch die Tafeln merken.

Was nicht zu viel produziert wird, kann auch nicht mehr weggeworfen werden

Diese Entwicklung begrüßt Harald Thomas, Caritas- und Tafelchef im Allgäu und am Bodensee, jedoch ausdrücklich. „Was nicht zu viel produziert wird, kann auch nicht mehr weggeworfen werden“. Nicht zu vergessen sind auch die vielen Privatspender.

Aktiv sind die Tafeln in Deutschland seit 1993. Vergleichbare Organisationen existieren in anderen europäischen Ländern. Die Bezeichnung Tafel ist übrigens geschützt und auch das Logo der „Tafel Deutschland“ ist als eingetragenes Markenzeichen ebenfalls rechtlich geschützt.

Eine Besondere Herausforderung war die Zeit der Coronapandemie und der Ukrainekrieg. So wurden fast überall Angebotstage und Öffnungszeiten reduziert und ein Annahmestopp verhängt. 2022 gab es bundesweit 963 Tafeln in Deutschland. Im Allgäu befinden sich in allen Landkreisen Tafeleinrichtungen. Am Beispiel der Radio AllgäuHIT SonnTalk-Sendung mit Harald Thomas gibt es im Landkreis Lindau eine Allgäuer Tafel in Lindenberg und eine Bodensee-Tafel in Lindau. In beiden Einrichtungen sind insgesamt 120 Ehrenamtliche tätig. (65 in Lindau und 55 in Lindenberg). „Dass die Politik zunehmend auch die Tafeln positiv zur Kenntnis nimmt, hat einen guten Grund, denn die Tafel entlastet“, so Harald Thomas vom Caritasverband Lindenberg-Lindau, und das wird von der Politik, zumindest verbal, auch anerkannt.

Dennoch, so Harald Thomas: „Der Mindestlohn muss früher oder später jeden befähigen ohne die Tafel zu leben. Der Mensch muss von der Entlohnung seiner Arbeit leben können, dass muss das Ziel sein und dorthin muss sich der Lohn entwickeln“. Persönliche Wünsche hat aber auch Harald Thomas noch: „Einen schönen rechteckigen Raum, barrierefreier Zugang mit ausreichender Fläche für die Abgabe und Vorbereitung der Waren und ein kleines Lager dazu. Das alles natürlich zu einem erschwinglichen Preis“. Am Ende der Sendung bedankt sich Harald Thomas ausdrücklich bei allen Spendern, die aktuell wie auch in der Vergangenheit die Tafel unterstützt haben. Dies sind private Spender, Discounter, Bäcker, Lebensmittelproduzenten, Stiftungen. Besonders wichtig derzeit, die Beschaffung von zwei neuen Kühlfahrzeugen, die dringend benötigt werden. Hier erhofft sich Harald Thomas, dass es Spender oder Unterstützer gibt. Dank auch an die Ehrenamtlichen und ganz einfach an alle, die die Tafel unterstützen. Jede Unterstützung und jede Spende helfen.

Ihre Unterstützung und Hilfe kommen an. Informationen finden Sie auf www.caritas-lindau.de.

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Geschrieben von: Redaktion

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