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Panorama

Steckt der Allgäuer Einzelhandel in der Krise?

today3. Mai 2023

Hintergrund
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Zuerst die Corona-Krise, jetzt die durch den russischen Angriffskrieg verursachte Inflation: Die deutsche Wirtschaft wird von einer Krise in die nächste hineingeworfen. Die Kaufkraft der Deutschen sinkt, die Lust zum Einkaufen damit ebenfalls – auch bei den Allgäuern.

Ganz zum Leidwesen der Einzelhändler, die folglich mit Einnahmeeinbußen zu kämpfen haben. Auch den Einzelhändlern im Allgäu bleiben die Auswirkungen der Weltkrisen nicht erspart. Daher haben wir uns umgehört, wie sich denn die aktuelle Lage nach Corona und mit der momentanen Inflation momentan im Allgäu darstellt.

Memmingen:

Auf Anfrage bei der Stadt Memmingen wurde uns mitgeteilt, dass die Lieferanten und Produzenten ihre Preise angehoben haben, was der Handel in Memmingen zum Teil weitergeben muss an den Kunden. Allgemein soll es je nach Kaufkraft eine größere bis keine Kaufzurückhaltung geben. Heißt, dass es im "Luxus-Segment" eher keine Rückhaltung gibt. Dennoch wird mitgeteilt, dass das Jahr 2023 gut angelaufen ist, sich über dem Niveau von 2022 bewegen soll, aber immer noch deutlich unter dem vor Corona. Das betreffe sowohl Umsatz als auch Frequenz der Käufe in der Stadt.

Auch wird mitgeteilt, dass die Entwicklung in den Branchen unterschiedlich ist: Haushaltswaren, Technik und Medien immer noch gefragt, Lebensmittel verzeichnen bei Bio Einbrüche, Mode und Schuhe sind schon besser als letztes, aber noch schlechter als vor Corona.

Was den Einzelhandel in der Stadt auch belaste, sei der Fachkräftemangel im Handel. Die Folgen davon sind demnach eingeschränkte Öffnungszeiten und Geschäftsaufgaben, einige Geschäfte schließen nach Angabe der Stadt auch montags – was diese als gefährliche Entwicklung bezüglich Kernöffnungszeiten und Attraktivität der Innenstadt bewertet.

Sonthofen:

Auch in Sonthofen spürt der Einzelhandel die Auswirkungen der aktuellen Krisen – so heißt es auf Anfrage bei der Stadt Sonthofen, dass die hohe Inflationsrate und die konjunkturelle Unsicherheit den privaten Konsum belastet und damit auch die Einzelhandelsumsätze.

Der deutsche Einzelhandel rechne in diesem Jahr wegen der hohen Inflation mit dem größten Umsatzschwund seit der globalen Finanzkrise 2009. Auch in Sonthofen sei dieser Trend zu beobachten, in Gesprächen mit lokalen Einzelhändlern soll das, laut der Stadt, immer wieder deutlich gemacht worden sein. Die Sonthofener haben eben, wie alle anderen auch, auch weniger Geld zur Verfügung aufgrund der Inflation und meiden daher Spontankäufe, Markenprodukte und stellen große Kaufentscheidungen zurück. Die Stadt und Handelsunternehmen hoffen laut Angaben vor allem jetzt auf ein gutes Oster-Nachgeschäft und einen positiven Impuls für die Konsumstimmung. Ostern sei nämlich nach Weihnachten der zweitgrößte feiertags bezogene Anlass für den Konsum.

Füssen:

Auf Anfrage bei der Stadt Füssen gibt man uns die knappe Antwort, dass dort zu beobachten sei, dass die Menschen wieder gerne in Füssen einkaufen würden. Die bei Touristen beliebte Stadt führt aber auch an, dass es gerade auch der Tourismus in Füssen sei, von dem der lokale Einzelhandel eben auch profitiere. So sollen die Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr 2022 nicht nur 36 Prozent über dem coronageprägten Jahr 2021 liegen, sondern sogar gut ein Prozent über dem Ergebnis aus dem Vor-Corona-Jahr 2019.

Kempten:

Fragt man das City-Management der Stadt Kempten, so ist die Lange in der Innenstadt für den Einzelhandel nach Corona vergleichsweise gut. So soll die befürchtete Flut an Leerständen ausgeblieben sein. Es seien im Jahr 2019 insgesamt 35 Leerstände in der Einkaufsinnenstadt gezählt worden, Ende 2022 nur noch 28 Leerstände. Es sein entweder temporäre Nutzungen wie Testzentren gefunden worden, oder direkt dauerhafte Lösungen.

Was jedoch gerade im vergangenen Jahr einige Einzelhändler in Bezug auf die Energiekrise gemerkt haben sollen, waren die gestiegenen Energiekosten. So sollen einige Händler die Rückmeldung gegeben haben, dass bei den letztjährigen Energiekostenabrechnungen die Preise teilweise das Vierfache oder mehr zum Vorjahr betragen haben.

Und auch in Kempten ist der Fachkräftemangel ein Problem, das den Einzelhandel belastet. Gerade auch in der Gastronomie sei zu beobachten gewesen, dass viele Angestellte sich während der Coronazeit eine neue Beschäftigung gesucht haben und nicht mehr in die Gastronomie zurückgekehrt seien.

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Geschrieben von: Redaktion

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