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Beim Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord im Memminger Ortsteil Steinheim haben die beiden Töchter des getöteten Ehepaars vor dem Landgericht ausgesagt. Dabei berichteten sie von früheren Drohungen und Gewalterfahrungen mit dem Angeklagten.

Am zweiten Verhandlungstag schilderte eine der Töchter, wie sie am 18. Februar 2026 ihre Eltern nicht erreichen konnte und deshalb zu deren Anwesen fuhr. Dort fand die heute 43-Jährige ihre Mutter leblos in einer Blutlache auf dem Boden. Sie alarmierte die Polizei. Auch ihre Schwester traf wenig später am Tatort ein.
Der Verdacht richtete sich bereits während der ersten Befragungen auf den 45-jährigen Angeklagten. Er soll das Ehepaar getötet haben. Die Tochter berichtete vor Gericht zudem von einer früheren Beziehung mit dem Mann, in der es wiederholt zu körperlicher Gewalt gekommen sei. Nach der endgültigen Trennung im Jahr 2022 habe er sie mehrfach verfolgt und bedroht. Dabei soll er auch mit dem Tod ihrer Eltern gedroht haben.
Auch der Umgang mit dem gemeinsamen Sohn habe immer wieder zu Konflikten geführt. Nach Angaben der Frau gab es mehrere gerichtliche Auseinandersetzungen. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht München entschieden, dass der Vater seinen Sohn nur noch in Begleitung sehen darf. Das Ehepaar habe aus Angst vor dem Angeklagten zudem Sicherheitsvorkehrungen auf seinem Grundstück getroffen.
Eine rechtsmedizinische Gutachterin erläuterte vor Gericht die Ergebnisse der Obduktion. Ein Gipserbeil, das als mögliche Tatwaffe gilt, könnte den festgestellten Verletzungen zufolge als Tatwerkzeug infrage kommen. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde bislang allerdings nicht gefunden. Ein Kassenbon über den Kauf eines solchen Beils sowie Aufnahmen aus einem Baumarkt sind Teil der Ermittlungen.
Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung. Im Prozess sind noch sechs weitere Verhandlungstermine vorgesehen. Ein Urteil wird nach derzeitigem Stand für Mitte November erwartet.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu Doppelmord Landgericht Prozess