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Nur wenige Wochen nach dem Verkauf durch Shell hat die Sonnen GmbH Insolvenz angemeldet. Für den Speicherhersteller aus dem Oberallgäu stellt sich nun die Frage, wie es für den Standort, die Beschäftigten und die Kunden weitergeht.

Die Nachricht kommt überraschend: Die Sonnen GmbH hat Insolvenz angemeldet. Der Batteriespeicherhersteller mit Sitz in Wildpoldsried hatte erst im August einen neuen Eigentümer bekommen. Der britische Energiekonzern Shell verkaufte das Unternehmen an den Investor Tiven. Nun steht der Allgäuer Speicher-Pionier vor einer ungewissen Zukunft.
Wie das Unternehmen dem Handelsblatt bestätigte, wurde der Insolvenzantrag am Donnerstag, 22. Oktober, gestellt. Die Beschäftigten am Standort Wildpoldsried seien am selben Morgen informiert worden. Dort arbeiten rund 400 Menschen.
Mit dem Eigentümerwechsel waren Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Stabilisierung verbunden. Tiven gehört zum Umfeld des Unternehmers Gert Purkert, der die Investmentgesellschaft Aurelius mitgegründet hat. Das auf Unternehmenssanierungen spezialisierte Team von Aurelius Water-Rise sollte Sonnen dabei unterstützen, das Geschäft neu auszurichten und die wirtschaftliche Lage zu verbessern.
Auch an der Führungsspitze hatte es zuletzt Veränderungen gegeben. Doch die Maßnahmen konnten die Entwicklung offenbar nicht rechtzeitig stabilisieren. Die nun bekannt gewordene Insolvenzanmeldung wirft neue Fragen über die Zukunft des Unternehmens auf.
Sonnen galt lange als eines der bekanntesten Unternehmen der deutschen Energiewende. Die Firma entwickelte intelligente Batteriespeicher für Privathaushalte und Gewerbebetriebe. Bekannt wurde das Unternehmen auch durch die Vernetzung von Heimspeichern zu einem virtuellen Kraftwerk.
In den vergangenen Jahren geriet der Speicherhersteller jedoch zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Nach früheren Berichten waren Umsatzrückgänge und Kurzarbeit ein Thema. Gleichzeitig verschärfte sich der Wettbewerb auf dem Markt für Batteriespeicher, unter anderem durch Anbieter aus China.
Welche konkreten Folgen das Verfahren für den Standort Wildpoldsried hat, ist derzeit noch offen. Nach Informationen des Handelsblatts sollen das laufende Geschäft und der Service für die mehr als 150.000 Kunden zunächst weitergeführt werden. Zugleich ist von möglichen Abwicklungen einzelner Tochtergesellschaften und weiteren Insolvenzverfahren die Rede. Nur ein Produktionsstandort soll erhalten bleiben.
Welche Gesellschaften konkret betroffen sind und wie viele Arbeitsplätze langfristig gesichert werden können, muss sich erst zeigen. Auch zur weiteren Zukunft des Unternehmens und der Produktion werden entscheidende Informationen erwartet.
Für die Region ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung: Sonnen ist ein bekannter Arbeitgeber im Oberallgäu und stand lange für innovative Speichertechnologie aus dem Allgäu. Wie es nach dem Insolvenzantrag weitergeht, dürfte sich in den kommenden Tagen und Wochen klären.
Geschrieben von: Leon Dauter
Allgäu insolvenz speicherhersteller Unternehmen