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Panorama

Lindau plant 102 Baumfällungen und neue Klimabäume

today16. Oktober 2026

Hintergrund
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Sturm, Hitze und Trockenheit haben zahlreiche Bäume in Lindau geschädigt. Im Winterhalbjahr sollen deshalb 102 Einzelbäume gefällt werden. Gleichzeitig plant die Stadt klimaangepasste Nachpflanzungen und will den Schutz gesunder Bäume stärken.

Baumfällen (Symbolfoto) / Foto: Pixabay

Der Baumbestand in Lindau steht zunehmend unter Druck. Stürme, Gewitter und die anhaltende Trockenheit haben vielen Bäumen zugesetzt. Einige mussten bereits aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden, weitere sollen im kommenden Winter folgen. Am Mittwoch, 21. Oktober, berät der Werkausschuss der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL) über die geplanten Maßnahmen und einen möglichen besseren Schutz des Baumbestands.

Die aktuelle Fällliste umfasst 102 Einzelbäume. Darunter sind rund 17 prägende Großbäume in Park- und Gartenanlagen sowie entlang von Verkehrsflächen. Besonders viele stehen im Alten Friedhof Aeschach, im Lindenhofpark und auf der Insel. Zusätzlich sind 41 kleinere und jüngere Bäume sowie 21 Bereiche mit Bäumen in Gehölzgruppen oder an Gewässern betroffen.

Die Zahl der notwendigen Fällungen könnte noch steigen. Auffällige Bäume sollen bis Anfang 2027 erneut kontrolliert werden. Entfernt werden nach Angaben der Stadt nur Bäume, die sich nicht mehr erholen können.

Trockenheit und Krankheiten setzen Bäumen zu

Die Schäden haben unterschiedliche Ursachen. Neben Trockenstress, Hitze und Sonnenbrand machen den Bäumen auch Insekten- und Pilzbefall sowie das Eschentriebsterben zu schaffen. Hinzu kommen Schäden an den Wurzeln und zu kleine Baumstandorte.

Besonders betroffen sind in diesem Jahr jüngere Bäume im Alter zwischen zehn und 30 Jahren. Sie stehen häufig entlang von Straßen und sollen eigentlich den Baumbestand der kommenden Jahrzehnte sichern. Zu den betroffenen Arten zählen unter anderem Eschen, Weiden, Ahorne und Eichen.

Die geplanten Fällungen sollen zwischen dem 1. Oktober 2026 und dem 28. Februar 2027 stattfinden. Vor jedem Eingriff werden artenschutzrechtliche Belange geprüft. In denkmalgeschützten Bereichen stimmt sich die Stadt außerdem mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde ab.

Jungbäume brauchen mehr Pflege

Der Klimawandel stellt die Garten- und Tiefbaubetriebe vor wachsende Herausforderungen. Aufeinanderfolgende Hitze- und Dürreperioden lassen den Bäumen kaum Zeit, sich zu erholen. Geschwächte Bäume werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, außerdem steigt die Gefahr abbrechender Äste.

Auch die Pflege junger Bäume wird aufwendiger. Statt der bislang üblichen drei Jahre benötigen sie unter den heutigen Bedingungen inzwischen fünf bis zehn Jahre regelmäßige Betreuung. Dazu gehören Bewässerung, Rückschnitt, die Kontrolle der Verankerung und des Stammschutzes sowie die Pflege des Wurzelbereichs.

In trockenen Sommern sind nach Angaben der Stadt üblicherweise zehn bis 20 Wassergaben mit jeweils 100 bis 200 Litern pro Baum erforderlich. Da die bisherigen Kapazitäten langfristig nicht ausreichen, erarbeiten die GTL ein Konzept zum zusätzlichen Personal-, Fahrzeug- und Bewässerungsbedarf. Es soll im Zuge der Beratungen zum Wirtschaftsplan 2028 vorgelegt werden.

Nachpflanzungen mit klimaangepassten Baumarten

Für gefällte Bäume sind Nachpflanzungen vorgesehen. Dabei will die Stadt verstärkt auf Baumarten setzen, die besser mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen. Dazu zählen beispielsweise Hainbuche, Zürgelbaum, Gleditschie, Amberbaum und Mehlbeere sowie geeignete Eichen-, Linden- und Ulmensorten.

Einige Maßnahmen sind bereits umgesetzt oder in Vorbereitung. So wurde die Baumreihe mit Eisenholzbäumen am Uferweg Spielbank bereits fertiggestellt. Weitere Klimabäume aus dem Wirtschaftsplan 2026 sollen teilweise noch im Herbst gepflanzt werden. Auch für den Therese-von-Bayern-Platz laufen die Abstimmungen zu den Pflanzungen.

Beim Ausbau des Geh- und Radwegs an der Bregenzer Straße sollen die bestehenden Platanen und Altbäume erhalten bleiben. Dafür ist eine ökologische Baubegleitung vorgesehen.

Stadt prüft Baumschutzverordnung

Neben Ersatzpflanzungen möchte die Stadt künftig auch gesunde Bäume besser schützen – sowohl auf öffentlichem als auch auf privatem Grund. Im Werkausschuss soll deshalb geprüft werden, ob Lindau eine Baumschutzverordnung einführen kann.

Eine solche Verordnung könnte beispielsweise festlegen, für welche Bäume eine Genehmigung zur Fällung erforderlich ist. Auch starke Rückschnitte und der Schutz von Wurzelbereichen bei Bauarbeiten könnten darin geregelt werden. Ergänzend wären Ersatzpflanzungen und Beratungsangebote für Bürgerinnen, Bürger und Bauherren möglich.

Hintergrund ist auch der Wegfall der Freiflächengestaltungssatzung zum 1. Oktober 2025. Bei Bauvorhaben kann die Stadt seither nach eigenen Angaben nur noch Empfehlungen aussprechen. Die GTL hält angesichts der zunehmenden Klimaschäden deshalb verbindlichere Schutzregeln für notwendig und empfiehlt, einen konkreten Entwurf mit Angaben zu Zuständigkeiten, Personalbedarf und Kosten erarbeiten zu lassen.

Bürger können Bäume spenden

Auch die Lindauer Bevölkerung kann zum Erhalt des städtischen Baumbestands beitragen. Die Stadt nimmt weiterhin Baumspenden entgegen. Informationen dazu gibt es unter www.stadtlindau.de/spenden.

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Geschrieben von: pk

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